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Bundeswehr schießt gegen ZDF-Film

Streit zwischen Militär und ZDF: In "Kongo" untersucht die Feldjägerin Nicole Ziegler (gespielt von Maria Simon) den mutmaßlichen Selbstmord eines deutschen Soldaten. Dabei wird sie von der fiktiven Film-Bundeswehr so stark behindert, dass sie den Fall nicht aufklären kann. Die echte Armee beäugt das Werk indes kritisch. "Ich halte die Geschichte für abwegig", sagte Oberst Ulrich Kirsch. Und das, obwohl die Bundeswehr den Filmproduzenten Berater und Afrika-Veteranen zur Seite gestellt hatte.

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Der Bundesvorsitzende des Bundeswehrverbandes Ulrich Kirsch kritisierte, der Film unterstelle, dass so ein Fall auch in der Realität möglich sei. Gegenüber MEEDIA fügte ein Sprecher des Bundeswehrverbandes hinzu, dass es Absicherungsmechanismen gebe, damit die Handlung nie Wirklichkeit werden könne. Zuvor hatte die Bundeswehr teamworx, das den Film fürs ZDF produziert hatte, Berater und Afrika-Veteranen zur Seite gestellt, um der Geschichte einer Bundeswehreinheit im zentralafrikanischen Land mehr Authentizität zu verleihen.
Hauptdarstellerin Maria Simon sagte zur Berliner Zeitung: "Soweit ich weiß, gab es im Nachhinein noch ein paar Unstimmigkeiten zwischen Produktion und Bundeswehr. Da wurde man wohl doch etwas nervös."
Eine ZDF-Sprecherin betonte hingegen, die Zusammenarbeit zwischen dem Filmteam und dem Bundesministerium der Verteidigung sei durchweg gut verlaufen. Es habe zwar teilweise lange gedauert, Arbeitsprozesse abzustimmen, aber es habe keine Probleme gegeben.
In "Kongo" stößt die Feldjägerin Nicole Ziegler schnell auf Ungereimtheiten und muss gegen die Widerstände der dort stationierten Truppe ankämpfen. Besonders Hauptmann Kosak (Jörg Schüttauf) macht ihr die Arbeit schwer. Sie erlebt die barbarische Unmenschlichkeit des Bürgerkrieges mit Kindersoldaten und der terrorisierten Zivilbevölkerung, und sie erfährt die wachsende Frustration der Soldaten, die erleben müssen, wie ihre guten Absichten scheitern. Schließlich kommt sie einem geheimen Delikt und einer erschreckenden Wahrheit auf die Spur.
Der Ausstrahlung am heutigen Montag, 18. Oktober um 20.15 Uhr, steht nichts im Wege. Dennoch ist fraglich, wie offen sich die Bundeswehr in Zukunft für Anfragen dieser Art von Medienproduzenten zeigen wird.

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