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Die Erfolgsmasche von Steve Jobs

Die US-Website Cult of Mac hat ein langes und lesenswertes Interview mit dem früheren Apple-Vorstandschef und langjährigen Weggefährten von Steve Jobs, John Sculley, geführt. Thema: die Steve-Jobs-Methode. Sculley spricht darüber, wie der heute kultisch verehrte Apple-Chef Jobs denkt und handelt: Seine Prinzipien, seine Philiosophie, sein Erfolgsgeheimnis. Und warum Jobs schon immer seiner Zeit voraus war. MEEDIA fasst die interessantesten Passagen des Interviews zusammen.

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Apple ist zu allererst eine Design-Firma

Einer der wesentlichsten Punkte, die John Sculley in dem "Cult of Mac"-Interview betont, ist, dass bei Steve Jobs das Design über allem steht. Die Produkt-Designer seien die meist respektierten und wichtigsten Mitarbeiter der ganzen Firma und berichten direkt an Jobs. Erst kommen die Designer, dann die Programmierer und schließlich die Manager. Jobs habe immer “schöne” Produkte herstellen wollen. Er sei getrieben von der Idee, ein stilvolles und schönes Produkt anzubieten. Daher auch die Geschlossenheit der Apple-Systeme. Jobs habe das Gefühl, wenn jemand seine Produkte verändert, ändere sich auch die User-Experience, die Schönheit gehe verloren.

Das “Weniger-ist-mehr-Prinzip”

Die wichtigsten Design-Entscheidungen, die Steve Jobs treffe bestünden nicht darin, was ein Produkt haben soll, sondern was es gerade nicht haben soll, sagt John Sculley in dem Interview. Jobs sei ein absoluter Minimalist und Meister im Weglassen. Sculley: “Ich erinnere mich, als ich in sein Haus kam, da waren kaum Möbel drin. Er hatte nur ein Bild von Einstein, den er sehr verehrte, eine Tiffany-Lampe, einen Stuhl und ein Bett. Er wollte einfach nicht viele Dinge um sich haben aber er war sehr wählerisch, was das für Dinge sein mussten.” Gleiches gelte für seine Art Soft- und Hardware zu gestalten.

Der Menschenfänger Jobs

Steve Jobs sei enorm charismatisch, wenn es darum gehe, die besten Leute für ein Projekt zu verpflichten. Er habe eine klare Vision und schaffe es, dies seinen Mitarbeitern zu vermitteln. Die Verpflichtung von Top-Leuten habe Jobs niemals anderen überlassen, sondern immer persönlich in die Hand genommen. Legendär ist dabei seine Art, sowohl extrem zu motivieren als auch extrem ablehnend zu sein. Sculley: “Steve konnte sehr charismatisch und motivierend sein, er brachte die Leute dazu, dass sie begeistert waren und sich als Teil eines großen Ganzen fühlten. Auf der anderen Seite konnte er gnadenlos ihre Arbeit niedermachen, so lange bis er fühlte, dass sie seinen Level der Perfektion erreicht hatten.”

Das Ablehnen von großen Einheiten

Steve Jobs habe sich geweigert, in das erste Mac-Team mehr als 100 Personen aufzunehmen. Grund sei, dass er sich nicht mehr als 100 Vornamen merken könne. Er habe große, bürokratische Organisationen und Firmen stets verachtet und abfällig als “Bozos” bezeichnet. Auf die Frage, wie Job heute damit umgehe, dass Apple selbst nun zehntausende an Mitarbeitern habe, sagt Sculley: “Er würde wohl sagen: Aber das Mac-Team ist immer noch klein.” Der innere Kreis, in dem alle wichtige Entscheidungen zusammenlaufen, sei bei Job stets überschaubar.

Die Liebe zum Detail

Genauso wie Steve Jobs eine klare, große Vision für Apple habe, habe er eine große Detailversessenheit. Jobs könne sich für die Konstruktion eines Türscharnieres genauso begeistern wie für die Architektur einer Rechner-Platine. Apple-Geräte müssten auch in ihrem Inneren, Jobs’s Design-Philosphie folgen, selbst wenn Endverbraucher das Innere der Maschinen nie zu Gesicht bekommen.

Die Wichtigkeit von Werbung

Werbung und Marketing spiele für Steve Jobs eine große Rolle. Er selbst sei stets in die Entstehung von Werbe-Kampagnen involviert. Kritiker hätten in den Anfangstagen gesagt, Apple sei gar keine Computerfirma, sondern bloß eine vertikal organisierte Werbe-Agentur. Was damals als Kritik und Verhöhnung gemeint gewesen sei, sei heute Industrie-Standard, so Sculley. Mittlerweile würden alle Computer- und Elektronik-Marken ihre Produkte extern fertigen lassen und sich auf Marketing und Design konzentrieren. Auch hier sei Apple seiner Zeit voraus gewesen.

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