Verlage proben Pay-Offensive bei Apps

Nun testen auch Burda und Condé Nast Bezahlmodelle in Apples App-Store. Die bisher komplett kostenlose iPhone-App der People-Zeitschrift Bunte ist ab sofort als so genanntes Freemium-Modell erhältlich. Will heißen: Basis-Funktionen bleiben gratis, erweiterte Inhalte kosten Geld. Mitte Oktober stellt auch Condé Nast die iPad-App seiner Mode-Zeitschrift Vogue weitgehend auf Bezahl-Inhalte mit einem dreistufigen Abo-Modell um. Condé Nast startet für die Vogue App dann sogar eine eigene Werbe-Kampagne.

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In den Anzeigen soll mit Wortspielen die “Kluft zwischen High-Tech und High Fashion” (O-Ton Verlagsmitteilung) überbrückt werden. Ein Claim lautet dann beispielsweise “Pad-à-porter” statt “Pret-à-porter” (Mode von der Stange). Bei Condé Nast hat man sich im Gegensatz zu Burda für ein mehrstufiges Abo-Modell entschieden. Ein Monat Vogue-Ap kostet 2,99 Euro, drei Monate 7,99 Euro und ein ganzes App-Jahr mit der Vogue macht 19,99 Euro. Bei Burdas Bunte-App, die derzeit nur fürs iPhone erhältlich ist, kostet die Premium-Erweiterung monatlich 1,59 Euro und muss jeden Monat neu gekauft werden.

Die Bunte-App lockt zahlungswillige Kundschaft vor allem mit neuen Features. So kann man in der Premium-App festlegen, für welche Stars man sich interessiert und bekommt Push-Nachrichten, sobald es etwas Neues gibt. Außerdem sind ein Tageshoroskop, ein Foto-Spielchen und einige Gewinnspiele exklusiv der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Nützlichstes neues Feature der Bunte-Pay-App dürfte die Download-to-go-Funktion sein. Nutzer können sich so Texte und Bilder direkt aufs iPhone oder den iPod Touch laden und unterwegs auch ohne Online-Verbindung lesen. Eine solche Funktion wurde gerade von iPod-Touch-Nutzern in den Kommentaren zur App gewünscht.

Dass der Umstieg von Gratis auf Freemium nicht ohne Risiko ist, zeigt freilich ein Blick in die Kommentarspalte des App-Stores. Während die kostenlose Bunte-App dort überwiegend gut besprochen wurde, ärgern sich nun einige Nutzer über das Einführen einer Bezahl-Schranke durch die “Hintertür” Update. Hier hätte Burda die Umstellung vielleicht ein wenig klarer kommunizieren können.

Im Falle der Vogue wird für die Pay-Offensive bei der App sogar eine Werbekampagne in Print und Online geschaltet. Die viel gelobte und stylishe App des Modemagazins soll ab Mitte Oktober nur noch eine Geschichte pro Haupt-Ressort gratis anbieten. Der Rest verschwindet hinter der Pay-Schranke. Neue Features, wie verbesserte Suche oder interaktive Gewinnspiele, sollen den Nutzern den Umstieg zur Pay-App zusätzlich schmackhaft machen.

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