Talk2enemy.de: Springer fördert Streitkultur

Talk to the Enemy ist ein Springer-Projekt voller Gegensätze: Zehn Videoblogger, aufgeteilt in zwei Gruppen, duellieren sich jeweils zu einem Thema. Das Ziel ist ein Videoportal für eine "neue Streitkultur". Zum Start werden fünf Arme auf fünf Reiche losgelassen. Die Folge: Kein Kampf, kaum Argumente. Denn obwohl die Idee gut ist, schließlich wurde sie von der Springer Akademie prämiert, fehlt es bei der Umsetzung doch noch am Allerwichtigsten: dem nötigen Content.

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Talk to the Enemy ist ein Springer-Projekt voller Gegensätze: Zehn Videoblogger, aufgeteilt in zwei Gruppen, duellieren sich jeweils zu einem Thema. Das Ziel ist ein Videoportal für eine "neue Streitkultur". Zum Start werden fünf Arme auf fünf Reiche losgelassen. Die Folge: Kein Kampf, kaum Argumente. Denn obwohl die Idee gut ist, schließlich wurde sie von der Springer Akademie prämiert, fehlt es bei der Umsetzung doch noch am Allerwichtigsten: dem nötigen Content.

Die zentrale Startseite von Talk2enemy.de

Das zentrale Element des neuen Portals sind immer zwei Aufmachervideos, die jeweils ein Thema von zwei Seiten beleuchten. Zum Start beschäftigen sich der Hamburger Künstler Roman Caesar und Anna von Funk mit Arm (Roman) und Reich (Anna). Die jeweiligen Standpunkte soll dann die Community möglichst kontrovers diskutieren.

Erklärvideo: So funktioniert das Projekt

Roman und Anna machen nur den Anfang. Insgesamt wurden zehn Videoblogger von Sabine Streich und Katrin Eigendorf, den Macherinnen des Projektes, ausgebildet. Für drei Monate sollen die Zehn nun eigenen Content produzieren. Zum Start gibt es allerdings erst einmal nur vier Videos. Zumindest von jedem Teilnehmer hätte man sich einen Film gewünscht.

„Wir begleiten das Projekt journalistisch, wollen die Diskussion immer wieder neu beleben. Es wird einen professionellen Fakten-Check der Argumente sowie Experten-Interviews geben“, sagt Sabine Streich. Katrin Eigendorf ergänzt: „Wir möchten mit dem Projekt nicht nur eine neue Streitkultur im Internet schaffen, sondern auch Jugendliche und junge Erwachsene ermuntern, ihre Kreativität auszuleben und Web und Video für sich zu nutzen.“

Ermöglicht wurde das Projekt von der Axel Springer Akademie. Die beiden Macherinnen setzten sich mit ihrem Konzept beim Ideenwettberb Scoop 2 gegen 1.200 Konkurrenten durch. Die beiden Gewinnerinnen sind jedoch keine journalistischen Talente, sondern erfahrene Profis. Eigendorf ist Redakteurin beim ZDF und Streich arbeitet als Videojournalismus-Beraterin.

"Konflikte sind der Urstoff journalistischer Arbeit. Das Projekt hat uns überzeugt, weil es das Potenzial hat, eine neue Streitkultur zu entwickeln und so auch eine junge Zielgruppe anzusprechen", fasste Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie, das Urteil der Scoop-Jury zusammen. In der Jury saßen unter anderem Oliver Berben, Musikproduzent Tim Renner sowie die Spiegel-Online-Chefin Katharina Borchert.

Trotz des mauen Start-Contents bleibt das Projekt jedoch ein spannendes Web-Experiment. Erst in einigen Wochen, wenn das neue Angebot tiefer bei Facebook und Twitter vernetzt ist, wird sich zeigen, ob es den Macherinnen wirklich gelingt, eine neue Diskussionskultur zu fördern. Denn nur wer richtig streiten kann, wird sich auch besser verstehen.

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