Social Search: Bing profitiert von Facebook

Ein frühes Investment zahlt sich später aus: 1,6 Prozent an Facebook besitzt der Software-Riese Microsoft – und profitiert davon nun auch praktisch. Wie die beiden Unternehmen bekanntgaben, kooperieren das weltgrößte Social Network und Bing, die Suchmaschine des zweitwertvollsten Tech-Konzerns, künftig miteinander. Ergebnis: Die Suche bei Microsoft wird sozialer – Nutzer profitieren künftig von User-Bewertungen auf Facebook und sollen Profile schneller finden. Internet-Riese Google hat das Nachsehen.

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Schon wieder eine Konferenz für Facebook-CEO Mark Zuckerberg: Eine Woche nach der Ankündigung, "Nutzern künftig mehr Kontrolle zu geben", freute sich der umtriebige Facebook-Gründer über eine Kooperation: Nutzer und Profile sollen künftig besser in der Internetsuche zu finden sein – natürlich im Rahmen der bestehenden Privatsphäre-Einstellungen.

Möglich wird die bessere Auffindbarkeit der Facebook-Daten allerdings nicht in der weltgrößten Suchmaschine, sondern über den weitaus kleineren Herausforderer Bing, der Microsoft-Suche, die Mark Zuckerberg als "Underdog" bezeichnete, für den er Sympathien habe, weil dieser "innovativ" wäre. Das kommt wohl nicht von ungefähr: Microsoft besitzt seit Ende 2007 1,6 Prozent an Facebook und soll für den Deal zusätzlich bezahlt haben, berichtet der "Alley Insider".

"Die Kräfteverhältnisse im Internet verschieben sich von Google zu Facebook."

Facebook-Benutzerprofile und Like-Daten werden künftig in die Bing-Suche integriert – Microsofts Suchmaschine personifiziert damit künftig ihre Ergebnisse. "4 Prozent der Suchabfragen sind bereits Personenabfragen", erklärte Microsoft Vice President Yusef Mehdi den Schritt, der angesichts von Facebooks rasantem Wachstum Sinn macht. Mit mehr als 500 Millionen Nutzer wäre Facebook bereits das drittgrößte Land der Erde.

Bei dieser Reichweite erscheint es naheliegend, dass die unzähligen "Likes", mit denen Nutzer etwas bewerten, auch in der tatsächlichen Suche miteinfließen. Etwa beim Besuch eines Restaurants oder eines Films sollen Bing-Nutzer künftig in der Suche sehen können, ob ihren Facebook-Freunden etwas gefällt. "Und das ist erst der Anfang", erklärte Microsoft-Manger Yusef Mehdi.

Prädestinierter Verlierer der neuen Internet-Allianz ist Platzhirsch Google: "Plötzlich hat Bing, was Google nicht hat: Daten von 500 Millionen Facebook-Nutzern", kommentiert der "Alley Insider". Um dann zu folgern: "Die Kräfteverhältnisse im Internet verschieben sich von Google zu Facebook."

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