KEK fürchtet Konzentration auch im Netz

Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) nimmt das Internet ins Visier: Im heute vorgestellten Bericht der Institution wird ein "ganzheitliches Konzept" zur Beurteilung von crossmedialen Angeboten gefordert. Dafür will die KEK den Rundfunkstaatsvertrag ändern. Zielobjekt sind die Verlage: Die KEK stützt sich auf ein Gutachten, nach dem eine "erhebliche Dominanz der Internetableger traditioneller Massenmedien" zu beobachten sei.

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Die seit jeher auf den Print- und TV-Markt fixierte KEK will offenbar die Online-Angebote der großen Medienunternehmen weitaus stärker in ihre Beurteilung einfließen lassen, welche Medienkonzerne eine gefährliche Marktmacht-Schwelle ereichen. "In crossmedialen Verbindungen kann Meinungsmacht entstehen, die künftig ein gewisses Gefährdungspotenzial entfalten könnte‘, erklärte Insa Sjurts, die Vorsitzende der Kommission.
Dabei stützt sich die KEK auf ein Gutachten, das die Professoren Christoph Neuberger und Frank Lobigs im Auftrag der Kommission erstellt haben. In der Mitteilung der KEK heißt es dazu: "Beschränkt man den Blick auf publizistisch relevante Anbieter, so zeigt sich eine erhebliche Dominanz der Internetableger traditioneller Massenmedien, die ihre Inhalte im Internet nochmals aufbereiten und verwerten. Im Ergebnis führt dies tendenziell zu einem ‚more of the same’".
Allerdings gesteht die Kommission zu, dass sie sich im Online-Bereich nicht so einfach auf Marktanteile berufen kann; vielmehr will man dort auf eine Einzelfallprüfung setzen. Die Süddeutsche Zeitung macht sich Gedanken über die Kriterien dafür; offenbar sollten "künftig eher vage Größen wie Suggestivkraft, Breitenwirkung und Aktualität in die Beurteilung einfließen."
  In der KEK-Mitteilung ist jedenfalls ein misstrauischer Unterton gegenüber den "klassischen Medienunternehmen" zu spüren: Diesen sei "aufgrund ihrer Dominanz bei professionellen journalistischen Angeboten im Vergleich zu anderen Internetanbietern eine überragende Meinungsbildungsrelevanz im Internet zuzusprechen." Die Folgerung: "Sie können so ihr Potenzial der Meinungsbeeinflussung noch deutlich steigern."

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