Deutscher Werbemarkt wächst und wächst

Geradezu euphorisch kommentiert Nielsen-Chef Ludger Wibbelt die aktuellen Bruttowerbeumsatz-Zahlen aus seiner Firma: Der Markt habe "enorm Fahrt aufgenommen". Und wenn man auf die Zahlen schaut, so kann man ihm nur beipflichten: Das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum liegt nach Ablauf des Septembers nun schon bei 10,9%. Besonders stark wächst dabei weiterhin die Reklame im Internet (+33,8%) und im Fernsehen (+16,9%). Nur leicht über 2009 liegen hingegen die Print-Medien.

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Mit 17,2 Mrd. Euro setzten die von Nielsen Media Research ausgewerteten Medien in den Monaten Januar bis September 1,7 Mrd. Euro mehr mit Werbung um als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres. Natürlich muss an dieser Stelle wie immer erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Freispots, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht beachtet, jegliche Reklame wird als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft, ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Medienbranchen sind sie dennoch. Und das es insgesamt wieder spürbar nach oben geht, dürfte eindeutig sein.

Die Stärke dieser positiven Entwicklung sieht in den einzelnen Medien-Segmenten aber deutlich unterschiedlich aus. So können sich vor allem die von Nielsen ausgewerteten Internet-Medien freuen – über das Plus von 33,8% gegenüber 2009. Auch die Fernsehsender dürften frohlocken: 16,9% beträgt das Plus hier, mit 7,3 Mrd. Euro bleibt TV das Werbemedium Nummer 1 in der Nielsen-Statistik.

Nur jeweils 1,3% gegenüber 2009 gewachsen sind hingegen die Zeitungen und die Fachzeitschriften. Sie leiden weiterhin am meisten unter der Konjunktur und unter den Veränderungen im Medien- und Werbemarkt. Die Publikumszeitschriften entwickeln sich mit einem Plus von 4,1% etwas besser. Zwischen den größten und den kleinsten Aufsteigern finden sich noch das Radio mit dem Plus von 4,9%, die Plakatwerbung mit 6,4% und das Kino mit 11,8%.

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