Sullivans kühne Bezahl-Pläne

Trotz Krise: beim Bezahlsender Sky herrscht Aufbruchstimmung. In der Firmenzentrale wurden mehr als 20 neue Projekte angestoßen. Gleichzeitig startet Konzernboss Brian Sullivan den ersten deutschen 3D-Kanal. 400.000 Neukunden will Sky so gewinnen und endlich in die Gewinnzone kommen. Denn die letzte Kapitalerhöhung lief unerwartet schlecht. Nachdem die Aktie nun auf einem Allzeittief liegt, ruhen die Hoffnung auf dem neuen Unternehmenssprecher, den den Aktionären die Offensive verkaufen soll.

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In Unterföhring scheint der Optimismus ausgebrochen zu sein. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat Sky-Boss Brian Sullivan in den vergangenen Wochen mehr als 20 neue Projekte angestoßen, die dem Bezahlsender die so dringend benötigten Neukunden bescheren sollen. Um endlich die Gewinnschwelle zu erreichen, brauche das Unternehmen angeblich mindestens 400.000 frische Abonnenten.

Dafür hat sich Sullivan schon jetzt so einiges einfallen lassen. So sollen die Pay-TV-Gucker bald kostenlos Zugriff auf eine exklusive Online-Mediathek bekommen. Außedem ist geplant, dass sich die Sportprogramme und alle zehn Filmsender auf dem iPad über die Sky-App empfangen lassen. 

Alles wird HD
Das scheint Sullivan noch längst nicht genug an Innovationen zu sein. So startet der Bezahlsender momentan den ersten deutschen 3D-Kanal. Geplante Inhale seien ein Konzert der Fantastischen Vier, der Kinofilm Final Destination 4 und das DFB-Pokal-Spiel des FC Bayern München gegen Werder Bremen. Zuletzt ging der neue Sender Sky Cinema Hits HD On-Air. Ab Ende Oktober bekommen Football-Fans ihre Spiele über ESPN America HD hochauflösend auf den Bildschirm. Bis Dezember sollen dann noch HD-Versionen von Sky Select und ein hochauflösender Dokukanal ins Sortiment mit aufgenommen werden.

Und auch in der so wichtigen Fußballsparte scheut der Sender derzeit keinen Zweikampf. Als das ZDF verkündete, das Aktuelle Sportstudie künftig um 23 Uhr auszustrahlen, entwickelte Sky kurzerhand das Konkurrenzprodukt Samstag Live. Zwei Stunden Bundesliga-Talk, Analysen und Expertenrunden.

Letzte Kapitalerhöhung floppte
Gleichzeitig prüfe man aber auch, auf welche Formate man künftig verzichten könnte. So wird seit Wochen gemunkelt, dass der auslaufende Vertrag mit der FIA für die nicht-exklusiven Rechte an den Formel-1-Übertragungen auf dem Prüfstand stehen. Denn obwohl Sky angeblich rund 27 Millionen Euro pro Jahr an Lizenzgebühren zahlt, strahlt RTL die Rennen im Free TV aus.

Doch so viel Idealismus kosten Geld. Doch selbst nach 20 Jahren mit ständigen Verlusten, war die insgesamt siebte Kapitalerhöhung ein Flop. So wollte Sky durch die Ausgabe neuer Aktien 340 Millionen Euro in die leeren Kassen spülen. Es wurden aber nur rund 177 Millionen Euro. Die fehlende Summe will jetzt der größte Anteilseigner News Corp seiner Tochter leihen. Für gute Presse und gute Laune bei den Aktionären soll deswegen der neu installierte Leiter der Unternehmenskommunikation Wolfram Winter sorgen.

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