Street-Art-Ikone verulkt Simpsons-Kommerz

Auch mit der 22. Staffel können die Simpsons noch überraschen. Für die Episode zum 10.10.2010 ließ das Team die Street-Art-Legende Banksy das Intro entwerfen. Mutet der Vorspann zuerst recht normal an, entwickelt er sich nach und nach zur bitterzynischen Kritik am ausbeuterischen TV-Business. Mit Kinderarbeit, Tierquälerei und Umweltverschmutzung. Und wie immer ist bei aller Übertreibung auch ein Fünkchen Wahrheit enthalten. Denn tatsächlich werden Teile der Produktion outgesourct und in Südkorea koloriert.

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Chinesische Zwangsarbeiter müssen in dunklen Kellern am Fließband kolorieren, Kleinkinder tauchen die Seiten in giftige Flüssigkeit, Katzen lassen ihr Leben als Füllmaterial für Merchandise-Produkte. So grausam stellt sich Street-Art-Legende Banksy die Produktion einer Simpsons-Folge vor. Seine schwarz-weißen Schablonengraffitis machten ihn berühmt. Der in den USA ausgestrahlte Vorspann war also ein kalkuliertes Risiko. Banksy ist für ungewöhnliche Aktionen bekannt und lehnt den Kunstbetrieb rigoros ab. Sein bitterböses Video stellte der Künstler auch prompt bei YouTube ein.

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2006 installierte er die Skulptur eines Guantanamo-Häftlings in einem Disneyland-Park. Jetzt schockt er mit dem harmlos beginnenden Zeichentrick-Intro. Und abseits von geschwächten Einhörnern und zerfetzten Kätzchen geht die gezeichnete Kritik nicht völlig an der Wirklichkeit vorbei. Seit Jahren wird das mühsame Kolorieren der Simpsons-Folgen nach Südkorea outgesourct. Geringeren Lohnkosten sei Dank. Trotzdem beweist das Intro, dass die Simpsons-Macher nach all den Jahren die Fähigkeit zur Selbstkritik nicht verloren haben.

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