App-Store-Nutzer schimpfen über Pubbles

Bei der Frankfurter Buchmesse wurde der mit Spannung erwartete Online-Kiosk der Verlage mit Namen Pubbles vorgestellt. Viele Ideen und Ansätze dabei sind richtig, Einiges läuft zum Start aber auch falsch. Die Nutzer üben im App Store von Apple jedenfalls schon eifrig Kritik. Außerdem diese Woche im Rückblick: Brand eins testet seine erste Werbe-Anzeige via Facebook, und die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart sucht via Stellenanzeige PR-Verstärkung in Sachen Stuttgart 21.

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Bertelsmann und Gruner + Jahr haben diese Woche ihren mit Spannung erwarteten Online-Kiosk Pubbles eröffnet. Dass man verlagsübergreifend Magazine und Zeitungen als Digital-Ausgaben anbietet, ist ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung. Pubbles zeigt aber auch gleich, wo es noch hakt, wenn sich Großkonzerne mit dem Internet befassen. Sollten die Pubbles-Verantwortlichen mal kurz nach dem Start in die Kommentarspalte beim iTunes App-Store geblickt haben, dürften ihnen die Ohren geklingelt haben. Dort hagelt es miese Ein-Sterne-Bewertungen und böse Kommentare: “Unbrauchbarer App-Quark”, “Beleidigung für das iPad und seine Möglichkeiten”, “nervt durch endlose Registrierungsaufforderungen, hinkt den Print-Ausgaben peinlich hinterher”.
Die Nutzer legen die Finger dabei in die Wunde. Es wird zwar verbal hart aber in der Sache deutlich kritisiert. Kritikpunkte sind im Wesentlichen: Die umständliche und Kunden-unfreundliche Registrierungs-Prozedur, das unverständliche Pricing (Ausgaben genauso teuer wie Print-Ausgaben) und technische Unzulänglichkeiten (langsame Performance, Abstürze, pixelige Bilder, inaktuelle Inhalte). Fürs erste Update gibt es schon einiges zu tun.

Jetzt macht auch Brand eins Werbung! Das Lieblings-Magazin vieler Intellektueller hatte bereits im November 2009 zu einem Pitch für eine Werbekampagne aufgerufen. Die Resonanz war ziemlich groß. Allerdings gab es auch, so sind die Brand-eins-Leser, haufenweise Kritik. Gemäkelt wurde unter anderem daran, dass das Wirtschaftsmagazin in schlimmster Großkapitalisten-Manier nur in der zweiten Pitch-Runde ein (vergleichsweise bescheidenes) Honorar zahlen wollte und die ganze Kampagne erfolgsabhängig entlohnt werden sollte. Mitgemacht haben trotzdem viele Werber und jetzt gibt es das Ergebnis der Wiener Sieger-Agentur scoop and spoon zu bestaunen. Und zwar erst mal im Netz. Um ganz interaktiv zu bleiben, stellt Brand eins das Motiv auf seiner Facebook-Seite zur Diskussion, woran sich die Nutzer wieder rege beteiligen. So eine Marke muss man erst mal auf die Beine stellen: Erst wenig zahlen und dann eine schnöde Werbeanzeige zum Interaktiv-Event hochjazzen – Chapeau!

Bleiben wir bei Anzeigen. Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, die mit dem Bahnhof, hat auch eine geschaltet. Via Stellenanzeige bei Newsroom.de sucht Stuttgart eine Fachfrau oder einen Fachmann für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Städtebau. Es geht natürlich darum, das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 öffentlich besser zu verkaufen. Notwendige Qualifikationen sind u.a. textliche Stilsicherheit, Teamfähigkeit und, man höre und staune, ein abgeschlossenes Architektur oder PR-Studium. Eine taktische Nahkampf-Ausbildung ist nicht in der Qualifikationsliste aufgeführt. Wäre vielleicht aber auch ganz hilfreich.

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