Zehn wissenswerte Fakten zu „Mad Men“

Von den Kritikern gelobt und jetzt endlich auch in Deutschland gestartet: "Mad Men". Jeder spricht über die US-Serie rund um Leben und Lieben in den Sechzigern, die Rolle der Frau und den Einfluss der Werbeindustrie auf unsere Gemüter. MEEDIA präsentiert Ihnen zehn Fakten zum Quotenerfolg, die Sie garantiert noch nicht kannten. Oder wussten Sie, dass das Skript ursprünglich niemand wollte, das Autorenteam hauptsächlich aus Frauen besteht und die Hauptfigur beliebter als Mark Zuckerberg ist?

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Die “Mad Men” sind nicht verrückt
Der Serientitel spielt in keinster Weise auf das verrückte Verhalten der Männer – übersetzt hieße “Mad Men” “verrückte Männer” –  in den Sechzigern an. “Mad Men” ist vielmehr eine Abkürzung für “Madison Men”. Denn die fiktive Agentur Sterling Cooper hat in der Serie ihren Sitz in der New Yorker Madison Avenue. In der ersten Folge wird erklärt, die Mitarbeiter der Agentur hätten sich den Namen "Mad Men" verliehen. Als Marketing-Gag.

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"Mad Men" ist überdurchschnittlich erfolgreich
Jeder liebt "Mad Men". Die Serie stieß bei den Kritikern durchweg auf positive Resonanz. 2008, 2009 und 2010 erhielt sie den Golden Globe für die beste Drama-Serie. Jon Hamm wurde 2008 mit dem Golden Globe als bester Darsteller in einer Drama-Serie ausgezeichnet. Bei den Emmy-Verleihungen 2008, 2009 und 2010 räumte "Mad Men" unter anderem der Kategorie Beste Dramaserie ab.

Trotzdem wird sie jetzt auf ZDFneo geparkt. Dort holte die Serie mit 80.000 Zuschauern zwar Rekordquoten. Warum Sie aber nicht zur Primetime auf dem ZDF gesendet wird, dürften sich auch die vielen Fans der Serie fragen, die ZDFneo nicht empfangen können. In den USA läuft “Mad Men” so erfolgreich, dass bereits die vierte Staffel ausgestrahlt wird.

Das Skript war ein Ladenhüter
Die Idee zur Serie lag schon sehr lange in den Schubladen der Entscheider. Im Jahr 2000 war der Erfinder von "Mad Men" Matthew Weiner noch einer von vielen Autoren für die US-Serie “Becker” und schrieb nebenher das erste Skript für seine eigene Serie. Der Produzent David Chase engagierte Weiner 2002 für  “The Sopronas”, nachdem er das Skript gelesen hatte. Bis zum Jahr 2007 interessierte sich dann kein Filmstudio für seine Idee. Erst als der Quotenerfolg “The Sopranos” abgedreht war, schien wieder Platz für neue Formate zu sein.

Die “Mad Men” rauchen Kräuterzigaretten
In den Sechzigern gehörte es zum guten Ton, zu rauchen. Das stellte die Produktionsfirma während der Dreharbeiten jedoch vor ein Problem. “Sie nicht rauchen zu lassen, wäre absolut nicht authentisch gewesen”, erklärte Serienerfinder Matthew Weiner. Doch laut kalifornischem Arbeitsrecht ist es verboten, am Arbeitsplatz nikotinhaltige Zigaretten zu rauchen. Aus diesem Grund pafft die gesamte Crew vor der Kamera nur noch Kräuterzigaretten.

Das Autorenteam besteht hauptsächlich aus Frauen
Schon verwirrend: Eine Serie über chauvinistische, dauertrinkende Machos entspringt zu großen Teilen der Feder weiblicher Autorinnen. Das ist nicht nur untypisch für diese Serie, sondern das amerikanische Filmwesen im Allgemeinen. Liegt dort das Verhältnis männlicher zu weiblichen Schreibern doch bei 2:1. Obwohl Matthew Weiner der Kopf des Teams ist, entwickeln unter seiner Führung sieben Frauen und nur zwei Männer die Plots. Das äußert sich auch darin, dass die weiblichen Charaktere in ihren Nebenrollen genauso komplex sind wie die männlichen Rollen.

Auch Barack Obama liebt Mad Men
Der US-Präsident war so begeistert von der Serie, dass er zum Start der dritten Staffel einen Brief an den Serien-Erfinder schrieb, in dem er zum Ausdruck brachte, wie sehr ihm die Show doch gefalle. Weiner war so perplex, dass er den Brief mittlerweile gerahmt in seinem Büro hängen hat.

Hauptfigur Don Draper stach Steve Jobs aus
Obwohl er ein rein fiktiver Charakter ist, stach "Mad Men"-Hauptfigur Don Draper 2009 Sportler Usain Bolt, die Web-Mogule Steve Jobs und Mark Zuckerberg und sogar Präsident Obama aus und wurde zum einflussreichsten Mann des Jahres 2009 gewählt. Das entschied das US-Lifestyle-Portal Askmen.com.

Die Begründung der Jury: “Don Draper ist abwechselnd ein kettenrauchendes, am Arbeitsplatz drinkendes Sinnbild einer längst vergangenen Zeit und ein ungewöhnliches reales, ehrliches Wesen, das die inneren Kämpfe, die der moderne Mann ausfechtet, nur zu gut porträtiert.”

Der Vorspann ist eine Hommage an Alfred Hitchcock
Kommt Ihnen der Vorspann der Serie bekannt vor? Darin stürzt eine Geschäftsmann, stilisiert in Schwarz und Weiß gezeichnet, aus einem Gebäude. Vorbei an Wolkenkratzern, die berühmte Werbeanzeigen der Sechziger zeigen. Einige Zuschauer mag der Zeichenstil des Vorspanns an den Bondstreifen “Casino Royale” erinnern. Doch weit gefehlt: Vielmehr ist er eine Hommage an Saul Bass’ Arbeiten für Kult-Regisseur Alfred Hitchock.

Insbesondere an den mit Wolkenkratzern überladenen Vorspann von “Der unsichtbare Dritte” und das Filmposter von “Vertigo”, auf dem ein Mann aus einem Hochhaus stürzt. “Mad Men”-Erfinder Matthew Weiner räumt Hitchcock eine prägende Rolle für den Look der Serie ein.

Der Erfinder Matthew Weiner als Alleinherrscher
Der Kopf hinter der Serie gilt als extrem dominant. Er hat nicht nur die Serie erdacht, sondern fungiert als Showrunner, leitender Autor und leitender Produzent. Er hat den Ruf, extrem wählerisch bei jedem Detail der Serie zu sein. Egal, ob es um das Casting von neuen Rollen, den Look der Kostüme oder Requisiten geht. Weiner mischt sich überall ein.

Fiktiv, aber mit realem Anteil
Natürlich ist “Mad Men” Fiction. Doch der Plot der Serie ist eng verwoben mit den politischen und kulturellen Ereignissen dieser Ära. So ist die fiktive PR-Agentur Sterling Cooper direkt involviert in den Wahlkampf zwischen Richard Nixon und John F. Kennedy. In der Pilotfolge bittet außerdem der Zigarettenhersteller Lucky Strike um Hilfe.

Der Grund: Reader’s Digest hat eine Studie veröffentlicht, nach der Rauchen zu gesundheitlichen Schäden führen kann. Tatsächlich sorgte die Studie damals für enorme Aufruhr in der amerikanischen Gesellschaft. Weil die Tabakindustrie fortan nicht mehr mit Ärzten für Ihre Zigaretten werben darf, erfindet der Hauptcharakter Don Draper kurzerhand den berühmten Slogan “It’s toasted!”

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