Wie Sie in Facebook unerkannt bleiben

Heute startet der Facebook-Film “The Social Network” in den Kinos. Das Netzwerk selbst räumt seinen Usern nun mehr Privatsphäre ein. Den vielen Skeptikern reicht das aber nicht. Allen, die überlegen, ihr Facebook-Profil an den Nagel zu hängen und für die Zweifler, die sich aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht in “das” soziale Netzwerk getraut haben, geben wir einen Ratgeber an die Hand, wie sie nur das Nötigste von sich preisgeben. So bleiben Sie ein Teil des Netzes, ohne sich darin zu verheddern.

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Soll ich mit Facebook aufhören? Ich bleibe zwar mit Freunden in Kontakt, aber irgendwie wird mir das alles zu unsicher. Oder lege ich mir einen neuen Account an? Aber ist das nicht zu umständlich. Diese Fragen werden Sie sich im Laufe der letzten Wochen vermutlich auch gestellt haben. Immer wieder machten kleine und große Sicherheitsprobleme und fragwürdige Änderungen in den AGBs von Facebook das Netzwerk ein wenig unattraktiver. Der US-Blog Lifehacker.com hat einen Leitfaden erstellt, wie Sie in Facebook mit Ihren Freunden in Kontakt bleiben, ohne sich über zukünftige Sicherheitsprobleme oder mangelnde Privatsphäre Gedanken machen zu müssen.

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Schritt 1: Richten Sie sich eine neue Mail-Adresse ein
Eventuell haben Sie schon längst eine zweite Mail-Adresse eingerichtet, mit der Sie sich auf Seiten anmelden, die nicht unbedingt Ihr vollstes Vertrauen genießen. Diese Mail-Adresse sollten Sie niemanden mitteilen. Der Grund ist einleuchtend: Wenn Sie niemandem über diese Adresse eine Mail schreiben, kann Sie auch niemand über Facebooks Friendfinder aufstöbern. Zum anderen haben so auch Apps von Dritten keine Chance, sensible Daten von Ihnen abzugreifen.

Alle Benachrichtigungen über Nachrichten von Ihren Freunden landen ebenfalls in diesem Postfach. Falls Sie bereits über ein Gmail-Postfach verfügen, können Sie sich über die Forwarding-Optionen Mails von beinahe jedem Anbieter in Ihr Hauptpostfach weiterleiten lassen.

Schritt 2: Ein neuer Account
Jetzt hängt es davon ab, ob Sie bereits einen Account besitzen oder einen neuen anlegen wollen. Natürlich könnten Sie Ihr bestehendes Konto weitestgehend abschotten und alle relevanten Informationen aus Ihrem Profil löschen. Doch es bestünde durchaus die Möglichkeit, dass Sie noch auf Bildern verlinkt oder auf Videos markiert sind. Mit einem völlig neuen Benutzerkonto hätten Sie diese Probleme nicht.

Falls Sie sich dazu entschieden haben, ist die Registrierung denkbar einfach. Verwenden Sie dafür Ihre neu eingerichtete, zweite Mail-Adresse. Wichtig: Geben Sie keinerlei Informationen über sich weiter, und befreunden Sie sich nicht sofort wieder. Was Sie stattdessen tun sollten: Befreunden Sie Sie mit Ihrem “alten” Benutzerkonto. Um den ganzen Ablauf zu vereinfachen, sollten Sie in zwei separaten Fenstern beiden Profile geöffnet haben.

Wenn Ihr altes und neues Profil nun Freundschaft geschlossen haben, dürfte Facebook Ihnen schon automatisch Personen vorschlagen, die Sie kennen könnten. An diesem Punkt können Sie nun entscheiden, welchen Ihrer Freunde Sie tatsächlich mitnehmen wollen in die neue digitale Existenz. Besuchen Sie dazu über Ihr neues Konto die Freundesliste Ihres alten Kontos und stellen Freundschaftsanfragen. Oder schicken Sie über das alte Konto Freundschaftsvorschläge an Ihr neues Konto.

Schritt 3: Privat heißt privat
Wenn Ihre Freunde nach und nach Ihre Anfragen beantwortet haben, wird es Zeit: Löschen Sie Ihren alten Account. Das Profil vollständig löschen können Sie in‘> beim Unterpunkt "Ich möchte mein Profil endgültig löschen" bzw. wenn Sie dieses Formular ausfüllen.

Wenn Sie schon dabei sind, Ihre Privatsphäre wiederherzustellen, deaktivieren Sie gleich auch noch Ihre Pinnwand. Die mag bei Geburtstagen zwar durchaus ein Ausdruck Ihrer Beliebtheit sein, wenn sich Glückwunsch an Glückwunsch reiht. Doch wollen Sie wirklich wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und von ungewollten Freundschaftsanfragen genervt werden? Wohl kaum. Deaktivieren Sie dieses Feature unter den Konto-Einstellungen unter dem Reiter “Privatsphäre”.

Apropos Privatsphäre: Die sonst so beliebten Facebook-Quize machen zwar Spaß, erlauben aber Drittanbietern den Zugriff auf Ihre Userdaten. Es lässt sich nur schwer nachvollziehen, wer sie programmiert hat und was die Programme mit den gewonnenen Daten anstellen. Akzeptieren Sie deshalb keinerlei Applikationen. Wenn Sie einmal einer Applikation Zugriff auf Ihre Daten gewährt haben und das rückgängig machen wollen, können Sie das in den Anwendungseinstellungen erledigen. Allerdings werden standardmäßig nur die zuletzt verwendeten Applikationen aufgelistet. Wählen Sie deswegen den Filter "Autorisiert" oder klicken Sie hier.‘>deaktivieren Sie dieses Feature in den Privacy-Einstellungen. Noch mehr Tipps zum Umgang mit Facebook finden Sie in unserem Facebook-Guide.

Schritt 4: Verschwinden Sie von der Bildoberfläche
Sorgen Sie in den Privatsphäre-Einstellungen, dass niemand Ihre Mail-Adresse auslesen kann. Immerhin haben Sie sie eingerichtet, um mehr Privatsphäre zu genießen. Klicken Sie dazu unter “Privatsphäre” auf “Benutzerdefinierte Einstellungen” und wählen Sie bei den Kontaktinformationen “Nur Ich” aus. Noch wichtiger: Sorgen Sie dafür, auf Fotos und Videos “untaggbar” zu sein. Wählen Sie dazu im Bereich “Dinge, die ich mit anderen Personen teile” bei “Fotos und Videos, auf denen ich markiert bin” die Option “Nur Ich” aus. So können “eigentlich” nur Sie Bilder sehen, auf denen Sie markiert sind. Allerdings ist diese Funktion etwas schwammig umgesetzt: Denn andere User können trotzdem zu Fotos oder Videos gelangen, auf denen Sie markiert sind. Beispielsweise, wenn Sie den direkten Link zu einem Bild oder Fotoalbum haben. Über die oben genannten Funktion wird allerdings die Möglichkeit beschnitten, Bilder direkt über Ihr Profil zu finden. Bitten Sie deshalb Ihre Freunde darum, verantwortungsvoll mit Fotos umzugehen, auf denen Sie zu sehen sind und Sie gegebenenfalls nicht zu markieren.

Schritt 5: Werden Sie unauffindbar
Standardmäßig ist Ihr Facebook-Profil über Google auffindbar. Unter den Privatsphäre Einstellungen im Bereich “Anwendungen, Spiele und Webseiten” sollten Sie deshalb die “Öffentliche Suche” deaktivieren. Da Sie keinerlei Persönliches über sich preisgegeben haben, können Sie die anderen Einstellungen getrost ignorieren. Falls Ihnen trotzdem unwohl dabei ist, deaktivieren Sie einfach alle Informationen, die Programme oder Freunden über Sie erfahren können.

Das Ergebnis ist ein absolut minimalistisches Profil, dass nicht mehr viel mit dem Grundgedanken von Facebook zu tun hat. Allerdings können Sie auf diese Weise mit Freunden in Kontakt bleiben und erhalten sich trotzdem Ihre Privatsphäre. Wenn Sie noch mehr Tipps und Tricks zum Thema Facebook suchen, sollten Sie sich unsere Profi-Tricks durchlesen.

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