Middelhoff im Fadenkreuz der Ermittler

Neuer Ärger für Thomas Middelhoff: Beamte der Staatsanwaltschaft Köln und Bochum durchsuchten Wohn- und Geschäftsräume des früheren Arcandor-Chefs, der auch bei Bertelsmann tätig war. Ermittelt werde wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Niedergang von Arcandor, dem Mutterunternehmen der Karstadt-Kette, berichtet Spiegel Online. Nicht nur Middelhoff war betroffen, sondern auch noch weitere Top-Manager in ganz Deutschland. Rund 260 Ermittler waren im Einsatz.

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Middelhoff musste den Beamten Zugang zu einem Büro in Köln sowie zu seinen Privaträumen in Bielefeld gewähren. Auch die Geschäftsräume des umstrittenen Kölner Baulöwen Josef Esch seien durchsucht worden, so Spiegel Online. Den beiden Top-Managern wird vorgeworfen, aus der Arcandor-Pleite Profit gezogen zu haben. So war Middelhoff an einem Immobilienfonds von Esch beteiligt, der die Räume der Karstadt-Filialen zu außergewöhnlich hohen Mieten an Arcandor verpachtet hatte.
Trotz seinem Wechsel zu Arcandor ist Middelhoff immer noch eine bedeutende Figur in der deutschen Medienbranche. Der studierte Betriebswirt wechselte 1986 als Assistent der Geschäftsleitung der Graphischen Betriebe Mohndruck in Gütersloh zur Bertelsmann AG. 1989 stieg er zum Geschäftsführer auf. 1990 war Middelhoff Vorstandsmitglied des Bertelsmann-Unternehmensbereiches Druck- und Industriebetriebe. Vier Jahre später wurde er in den Vorstand der Bertelsmann AG berufen und übernahm fortan die Leitung der Zentralen Unternehmensentwicklung sowie die Koordination der Multimedia-Geschäfte von Bertelsmann. Von November 1998 bis Juli 2002 war Middelhoff dann Vorsitzender des Vorstandes der Bertelsmann AG. In seiner knapp vierjährigen Amtszeit konnte er trotz einiger Misserfolge den Umsatz der Bertelsmann AG verdoppeln.

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