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Facebook schenkt Usern mehr Kontrolle

Mit Spannung war die Pressekonferenz erwartet worden, zu der Facebook gestern in seiner Konzernzentrale in Palo Alto geladen hatte. Über einen Relaunch war gemutmaßt worden, doch tatsächlich fielen die "Innovationen", die das weltgrößte Social Network verkündete, weit weniger bahnbrechend aus. Nutzer haben künftig die Möglichkeit, ihre Inhalte auch wieder herunterzuladen, bekommen eine bessere Übersicht über alle benutzen Fremdapplikationen und können sich künftig effektiver in Gruppen vernetzen.

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Nach diesem Motto präsentierte Facebook gestern Abend deutscher Zeit in der Konzernzentrale drei Updates, die "Nutzern mehr Kontrolle über ihre Inhalte" geben sollen – denn genau dafür war das weltgrößte Social Network in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden.

Das sind etwa die Vielzahl von Fremdapplikationen, die mit einem Klick Zugriff auf alle Informationen des Facebook-Profils erhalten – Spiele wie Farmville oder Mafia Wars oder die diversten Dating-Applikationen: In der Vielzahl verliert der Nutzer schnell den Überblick. Genau diesem Umstand ist das neue Dashboard geschuldet, das in der Übersicht anzeigt, welche Anwendungen Zugriff auf persönliche Daten haben. Ein naheliegendes Feature, bei dem sich Nutzer fragen werden, warum es nicht schon eher etabliert worden ist.

Downloads von Inhalten, die man selbst hochgeladen hat
Das gilt in gewisser Weise für die zweite Ankündigung des Abends: "Immer mehr Nutzer verwenden Facebook um zahlreiche Daten hochzuladen", erklärte Mark Zuckerberg. Das ist natürlich eine himmelweite Untertreibung: Im Datenwust von immer neuen Statusupdates, unzähligen Kommentaren, Fotos und Videos blickt natürlich kaum ein Nutzer noch durch. Deswegen gibt es künftig die Möglichkeit, seine Daten per ZIP-File gebündelt auch wieder herunter zu laden.
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Zunächst klingt das ein wenig wie eine Farce: Schließlich hat ja jeder Nutzer seine Inhalte auch selbst auf Facebook hochgeladen – vor allem Bilder und Videos. Bei Kommentaren ist die Rechnung natürlich eine etwas anderes: Kommentare  und Status-Updates verflüchtigen sich entsprechend mit der Zeit. Mit der neuen Download-Möglichkeit wird zugleich eine neue Frage aufgeworfen – nämlich: Will man sein digitales Leben wirklich bis auf den letzten Schnipsel archivieren?

Gruppen: Das ‚Social Dinner‘ mit den besten Freunden

Die dritte Produktneuerung war sicherlich die interessanteste: Das lästige Problem, das man inzwischen mit fast jedem Kontakt befreundet ist, aber einfach nicht alle Inhalte mit jedem teilen möchte, wird mit einem neuen Gruppen-Feature gelöst.

So lässt sich künftig etwa eine Gruppe für Arbeitskollegen, Freunde oder die Familie kreieren, in der exklusiv Inhalte geteilt und sogar miteinander gechattet werden kann. Das ist ein eindeutiger Fortschritt gegenüber den mitunter verwirrenden Freundeslisten, die durch ihre unterschiedliche Rechtezuweisung der Privatsphäre unterteilt wurden. "Groups" – so heißt das neue Feature – "ist so einfach, als würde man seine besten Freunde zum Dinner einladen", erklärte Firmengründer Mark Zuckerberg, der auf der Bühne der Firmenzentrale erneut etwas angespannt wirkte.

Dabei hatte der 26-Jährige, der gerade den Medienrummel um die Verfilmung der Facebook-Gründertage zu überstehen hatte, dazu eigentlich keinen Grund: Für die kosmetischen Korrekturen an seiner Plattform dürfte Zuckerberg nicht ansatzweise so unter Feuer kommen wie für seine Charakterdarstellung im David-Fincher Blockbuster "The Social Network".

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