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TV-Satiriker ruft zum Vernunft-Marsch

Der amerikanische TV-Star Jon Stewart ("Daily Show") ruft in vollem Ernst zu einer Demonstration der Vernünftigen in Washington auf. "Es kann nicht sein, dass die 15 bis 20 Prozent Verrückten unter uns die Gesetzgebung bestimmen", sagte er in der Show von Oprah Winfrey. Mit der Internet-Journalistin Ariana Huffington erhält er weitere liberale Unterstützung: Sie will Busse für die "Rally to restore sanity" stiften.

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In der aufgeheizten Stimmung vor den US-Kongresswahlen am 2. November will Stewart die Stimme des gesunden Menschenverstands verstärken: Der Satiriker mit täglicher Show arbeitet sich mit wachsender Verzweiflung an Phänomenen wie der ultrakonservativen "Tea Party", wilden Verschwörungstheorien bei Fox News und einer erlahmten Obama-Regierung ab.
Die "Tea Party" gab das Muster für Stewarts Veranstaltung ab, als sie – ebenfalls in Washington – zur "Wiederherstellung der Ehre" 100.000 Demonstranten zu einer Kundgebung brachte. Stewart annoncierte seinen Beitrag zur Vernunft so: "Es wird wie Woodstock, nur ohne Nacktheit und Drogen, dafür mit respektvollem Widerspruch."
Im Unterschied zu deutschen TV-Humoristen von Schmidt bis Raab steckt bei Stewart, den vor allem junge US-Bürger für eine vertrauenswürdige politische Stimme halten, nicht nur populistisches Kalkül dahinter. Der 48-Jährige ist ernstlich empört. Sein Witz leidet nicht darunter: "Ich habe keine Angst vor Muslimen, Tea-Party-Anhängern, Sozialisten, Immigranten, Waffenbesitzern und Homosexuellen. Aber ich fürchte mich vor Spinnen."
Überraschend stellte Ariana Huffington bei einem Studiobesuch eine "unbegrenzte Anzahl von Bussen" in Aussicht, die Demonstranten vom Büro der "HuffPo" in Soho zur Kundgebung nach Washington bringen. Das könnte, angesichts von 10.000 sicheren und 100.000 möglichen Teilnehmern (laut Facebooks Event-Seite), ein teurer Spaß werden, auch wenn nur ein Zehntel sich wirklich auf den Weg machen sollte.
Bei dieser Gelegenheit riss Stewart auch einen erstklassigen Witz aus der Sphäre des Online-Journalismus: Es gehe doch wohl um "wirkliche Busse", fragte er nach, nicht um im Internet aggregierte Busse. Stewart: "Ein Link zu Greyhound reicht da nicht."

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