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Sky: Analysten senken den Daumen

Die Namensumfirmierung vor rund einem Jahr schien noch von einer hochfliegenden Zukunft zu künden: Aus Premiere wurde Sky. Den Kursverlauf der ohnehin schon leckgeschlagenen Aktie konnte das indes nicht beflügeln. Im Gegenteil: Schier ins Bodenlose scheinen die früheren Premiere-Papiere zu trudeln – sogar die Marke von einem Euro wurde in den vergangenen Tagen wieder gerissen. Gründe für den neuen Ausverkauf sind das schwache Interesse an der Kapitalerhöhung und immer kritischere Analystenstimmen.

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Die Namensumfirmierung vor rund einem Jahr schien noch von einer hochfliegenden Zukunft zu künden: Aus Premiere wurde Sky. Den Kursverlauf der ohnehin schon leckgeschlagenen Aktie konnte das indes nicht beflügeln. Im Gegenteil: Schier ins Bodenlose scheinen die früheren Premiere-Papiere zu trudeln – sogar die Marke von einem Euro wurde in den vergangenen Tagen wieder gerissen. Gründe für den neuen Ausverkauf sind das schwache Interesse an der Kapitalerhöhung und immer kritischere Analystenstimmen.

Die meisten Anleger kennen die goldenen Regeln von Warren Buffet nur allzu gut: "Regel Nummer eins lautet: Nie Geld verlieren. Regel zwei lautet: Vergesse nie die Regel Nummer eins", heißt ein viel zitiertes Bonmot des erfolgreichsten Investors aller Zeiten. Für Aktionäre der Münchner Sky AG, die dem PayTV-Sender seit dem Börsengang als Premiere die Treue gehalten haben, muss die Börsenweisheit heute wie Hohn erscheinen, zu tief ist der Fall.
Zu 28 Euro debütierte der Bezahlfernsehsender einst im März 2005 als Hoffnungsträger nach der langen Rezession. Mehr als 12-fach war die Emission überzeichnet: Das Filetstück aus der Kirch-Senderfamilie befeuerte die Anlegerfantasie, noch einmal etwas von der Aufbruchsstimmung früherer Neuer Markt-Tage zu sehen – bis auf knapp 33 Euro kletterte das Papier in den Folgewochen. Unternehmenschef Georg Kofler durfte sich kurzzeitig als Popstar der Börse fühlen. Als "kraftvoller Start in eine neue Phase der Unternehmensentwicklung" wurde das IPO gefeiert. Es war der größte Börsengang eines deutschen Medienunternehmens.

Misslungene Kapitalerhöhung löst neuen Ausverkauf aus

Geblieben ist vom Glamour jener Frühlingstage vor fünf Jahren so gar nichts. Im Gegenteil: Es gibt in der jüngeren Börsengeschichte wenig Beispiele eines dramatischeren Falls eines milliardenschweren Konzerns. Bei gerade mal 94 Cents blieb das Kursbarometer gestern im Xetra-Handel stehen – ein Kursabsturz von mehr als 97 Prozent seit den Höchstkursen müssen Sky-Aktionäre damit bis heute verkraften. Ganze 5 Cent tiefer wurde erst im August das bisherige Allzeittief aufgestellt, das nach dem jüngsten Kursrutsch nun wieder bedrohlich nah ins Visier gerückt ist.

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Wie sehr das Anlegervertrauen inzwischen gesunken ist, dokumentiert die in der vergangenen Woche abgeschlossene Kapitalerhöhung, die mit frischen Mitteln zum Befreiungsschlag werden sollte. Doch anders als zu Glanzzeiten waren die deutlich ermäßigten jungen Aktien nicht überzeichnet, sondern konnten gerade mal zu 60 Prozent am Markt zu 1,05 Euro platziert werden, wobei wiederum 65 Prozent von Großaktionär Rupert Murdoch übernommen wurden.  Gestern notierte der Kurs schon wieder 10 Prozent tiefer. 

Analysten: Kurseinbruch bis auf 30 Cent möglich

Warum sich der Kursrutsch des chronisch defizitären Pay TV-Senders sogar unter die psychologisch wichtige 1-Euro-Marke trotz der Stützungsaktionen des australischen Medienmoguls fortsetzt, erklären neue Analystenstudien, die die Kursziele des MDax-Konzerns immer weiter nach unten korrigieren.

Um fast 50 Prozent nahm die renommierte US-Investmentbank Morgan Stanley gestern in einer Studie ihr Kursziel von 1,90 auf 1 Euro zurück. Mit einem Breakeven wird nun nicht mehr vor 2013 gerechnet. Die Münchner Viscardi AG sieht nach der misslungenen Kapitalerhöhung gar ein Abwärtspotenzial bis auf 30 Cents und stuft das Papier damit logischerweise mit „Sell“ ein – auf dem gegenwärtigen Niveau entspräche das noch einmal einem Abschlag von satten 70 Prozent.  Glaubt man den Münchner Analysten, wäre demnach auch auf dem gegenwärtigen Niveau von viel zu verlieren…

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