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Im Test: Was taugt Facebook Places?

Lokalisierungsdienste boomen. Foursquare verzeichnet in den USA enorme Userzuwächse. Die Werbebranche wittert in lokaler, mobiler Onlinewerbung das große Geld. Seit heute Morgen dürfen jetzt auch deutsche Facebook-User mitteilen, wo sie sich befinden. MEEDIA hat "Places" einem ersten Test unterzogen und erklärt, was das Lokalisierungsfeature taugt, wie der Dienst funktioniert, wie sicher Ihre Daten dabei sind, wer davon auf lange Sicht profitiert und wo der Service noch seine Tücken hat.

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Während Dienste wie Gowalla oder Foursquare einzig und allein zur Lokalisierung ihrer User dienen, bietet Facebook seit heute “Places” in Deutschland als reinen Bonus an. Und bietet noch einen Vorteil: Persönliche Empfehlungen von Freunden können nun helfen, den besten Modeladen, Händler oder den interessanten Ausflugsort zu finden.

Für Google-CEO Eric Schmidt steckt hier der wahre Benefit sozialer Netzwerke: „Es gibt physische Dinge in sozialen Netzwerken, Geschäfte zum Beispiel. Dafür lässt sich werben, was dann wie eine Kleinanzeige oder wie die Gelbe Seiten aussieht. Nach meiner Schätzung wird viel Geld dorthin fließen. Ortsbezogene Dienste werden ein großes Geschäft für Facebook, Google und andere", erklärte er im Interview‘>.

Was brauchen Sie für Facebook Places?
Um Facebook Places nutzen zu können, benötigen Sie entweder einen Browser, der das HTML5-Feature Geolocation unterstützt (u.a. Chrome, Opera, Firefox) oder Sie benutzen die iPhone-App von Facebook. Besitzer von Android-Smartphones müssen sich noch ein wenig gedulden, können aber über die mobile Website touch.facebook.com
auch die Ortsbestimmung nutzen.

Wie funktioniert Places?
Neben dem Feld für Statusmeldungen in der iPhone-App befindet sich jetzt ein Button in Form einer stilisierten Stecknadel. Wenn Sie ihn berühren, fragt Facebook Sie, ob es Ihren aktuellen Standort verwenden darf. Wenn Sie das bestätigen, schlägt der Dienst Ihnen automatisch eine Reihe von Lokalitäten im Umkreis vor. Ist die richtige Lokalität nicht dabei, können Sie selbst einen Ort hinzufügen. Wenn Sie möchten, können Sie außerdem noch weitere Freunde in den “Place” einchecken. Falls genügend Menschen sich beispielsweise auf einer Party anmelden, erscheint der Ort als öffentlicher Platz. Die bekommen dann eine Benachrichtigung über Facebook. Ähnliches bietet Facebook schon an, wenn Freunde von Ihnen Sie auf einem Bild markieren. Über dieses Feature können so auch Freundesfreunde erfahren, wo Sie sich befinden. Gleichzeitig können Sie und Ihre Freunde den Eintrag kommentieren und die Lokalität bewerten.

Wie sicher sind Ihre Daten?
Facebook scheint aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Der Ortsdienst wird für Sie erst aktiviert, wenn Sie das Feature ausdrücklich in Ihren Profileinstellungen zulassen. Die Ortsangaben werden dann nur den Freunden mitgeteilt. Wer von einem anderem Facebook-Nutzer mit eingecheckt wird, muss dem vorher zustimmen.

Für Eltern wichtig: Minderjährige können ihren Standort ausschließlich ihren eigenen Freunden anzeigen.

Wo hakt es noch?
Auf der nicht-mobilen Version von Facebook kann ich auswählen, wer meine Bilder sehen kann, wer meine Statusmeldungen lesen darf und wer nur die wichtigsten Informationen bekommt. Diese Filtermöglichkeit habe ich als User bei Facebook Places nicht in gleichem Umfang. Ich kann zwar vorab auswählen, welche meiner Freundeslisten Zugriff auf meine "Places"-Meldungen hat. Wenn ich dann aber direkt auf dem Smartphone meinen Standort poste, fehlen weitere Filtermöglichkeiten. Da besteht auf jeden Fall Optimierungsbedarf. Oder wollen Sie am Montag von Ihrem Chef auf die Party mit zehn Kumpels am Samstag angesprochen werden? Wohl kaum!

Der Veranstalter der Party kann den Ort zwar als bedenklich melden, doch bis der Ort von Facebook wieder entfernt ist, kann es dauern. Facebook weist vorsorglich darauf hin, dass Facebook Places kein Ortungsdienst ist und Facebook keine Bewegungsprofile der Nutzer erstellt.

Wem kann Facebook Places nutzen?
Lokalisierungsdienste boomen. Das beweist nicht zuletzt auch der enorme Erfolg von Foursquare in den USA. Places verbindet die Wucht der versammelten Facebook-Community mit den Features von Qype: persönliche Empfehlungen. Das kann gerade für Unternehmen wichtig sein. Bewertungen anderer User sind mittlerweile für viele ein Kriterium, ein Hotel zu buchen, ein Restaurant zu besuchen oder Schuhe zu kaufen. Allerdings sind bei Diensten wie Qype die User meist Unbekannte. Und jeder weiß, dass die Empfehlungen eines Freundes weitaus wichtiger sind als die eines Unbekannten.

Für die Werbebranche wird lokale Werbung im mobilen Web immer wichtiger. Und gerade Facebook befeuert diesen Markt mit seiner riesigen Community von 500 Millionen Usern weltweit und 150 Millionen mobilen Facebook-Usern einmal mehr.

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