Apple lässt Millionen-Deal mit Adidas platzen

Alle zwei Sekunden ein verkauftes iPad, 6,5 Milliarden Downloads im App Store, 275 Millionen verkaufte iPods, 11,7 Milliarden Songs verkauft, 450 Millionen TV-Serien, 100 Millionen Filme und 35 Millionen Ebooks. Man könnte fast meinen, dass Apple seine Erfolge zu Kopf steigen. Denn laut “Business Insider” ist nun ein Werbe-Deal über zehn Millionen Dollar zwischen dem Konzern aus Cupertino und dem Sportartikel-Hersteller Adidas geplatzt. Begründung von Adidas: Apple-Boss Steve Jobs sei ein Kontrollfreak

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"Steve Jobs ist ein Kontroll-Freak"
Angeblich hätte Apple drei Werbe-Konzepte des Kunden für die hauseigene Werbeplattform iAd gnadenlos abgelehnt. Offenbar handelte es sich um einen Mega-Etat über zehn Millionen US-Dollar. Der sei jetzt mit der Begründung geplatzt, dass Steve Jobs ein Kontrollfreak sei. Das Unternehmen habe sich scheinbar zu stark in den kreativen Prozess eingeklinkt. Erweisen sich die Gerüchte als wahr, wäre das schon der zweite Riesendeal, der seit diesem Sommer geplatzt ist. Schon vor einigen Monaten sprang Chanel aus unbekannten Gründen ab. Branchenkenner waren sich schon damals einig, dass Apple zu viel Kontrolle ausübe.

Apples hauseigener Werbeservice soll Werbung direkt in der App anzeigen. Jobs will damit die Qualität mobiler Werbung verbessern. Unternehmen sollten Videos und Animationen nutzen, kleine Spiele einbetten und den Nutzer mit in die Werbung einbeziehen. Doch geht die Entwicklung so weiter, könnte das Geschäftsmodell iAds zum Flop mutieren. Dabei dürfte so viel Einmischung niemand verwirren. Apples Motto steht seit jeher fest: alles aus einer Hand. Wem das nicht gefällt, der kann draußen bleiben. Diese Kontrolle will der Konzern anscheinend auch nicht bei der Gestaltung von Werbeanzeigen in seinen iAds abgeben.

Apple lässt Werbekunden im Unklaren
Ein Werbeverantwortlicher erklärte dem “Wall Street Journal” vor einiger Zeit, woran das System iAd krankt: Apple übernimmt die Produktion der Anzeigen. Was für die meisten Unternehmen undenkbar wäre, scheint für den Konzern aus Cupertino selbstverständlich. Außerdem lasse Apple seine Werbekunden darüber im Unklaren, in welchem Umfeld ihre Werbung später erscheint. Es sei ihnen noch nicht einmal erlaubt, ihre eigenen Messtools zu verwenden.

Auf anderen Werbefeldern scheint Apple mit dieser Strategie Erfolg zu haben. iTunes ist die wichtigste Verkaufsplattform für Musik. Trotzdem akzeptiert Apple von den Dutzenden gängigen Audio- und Videoformaten nur einen Bruchteil. Der Appstore ist eine Erfolgsgeschichte für sich. Allerdings verhält sich Apple mit seinen kleinen Programmen mehr als restriktiv. Die Prüfverfahren für eine Zulassung zum Appstore gelten als undurchsichtig, stringente Kriterienkataloge gibt es nicht. Die Entwicklung von Apps ist für Programmierer erst einmal kostenlos. Doch sobald Programme im App Store erscheinen sollen, werden 99 Dollar für die Basisversion oder 299 Dollar für die Business-Variante fällig. Außerdem behält Apple 30 Prozent der Verkaufserträge ein. Für Erlöse aus Abo-Apps, wie die der “Bild” und der “Zeit”, müssen Firmen sogar 40 Prozent vom Umsatz an Apple abdrücken.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz hat sich bisher keine Front gegen Apple gebildet. Vielleicht, weil Apple vom kleinen Computerhersteller für Kreative zu einem der erfolgreichsten Unternehmen weltweit mutiert ist. Wer Aufmerksamkeit will, braucht Apple.

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