„Wir sitzen im meistgehassten Auto“

Wie reagieren Passanten, wenn ein Kamerawagen von Google Street View vorbeikommt? Um diese Frage zu beantworten, haben drei Redakteure vom SZ-Magazin das "Google Street View Car" nachgebaut und sind damit durch Deutschland gefahren. Ihr Ergebnis: viele Fotos mit Mittelfingern und ein 53 Zentimeter langer Kratzer im Lack. Andere Fußgänger freuten sich, posierten vor der Kamera wie Popstars oder fotografierten sich selbst mit dem Auto. Hass und Freude liegen bei diesem Thema eng beieinander.

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In München und Berlin sammelten die SZ-Redakteure Marc Baumann, Christoph Cadenbach und Max Fellmann die Reaktionen der Passanten. Sehr misstrauisch gingen die Bürger in der Hauptstadt auf die Aktion ein, eher gelassen in Bayern. Amüsant und eindringlich schildern auch die Redakteure ihre Erlebnisse in dem "Street View Car" in der heutigen Ausgabe des SZ-Magazins – obwohl ihnen nicht immer zum Lachen zumute gewesen sein dürfte. In Berlin-Kreuzberg beispielsweise wurden sie als "Scheißtypen" beschimpft und mit Steinen bedroht. Ihr Gefühl: "Wir sitzen im meistgehassten Auto Deutschlands."
Besonders gut gelungen sind auch die eingestreuten Schnappschüsse von den Reaktionen der Passanten. Sie spiegeln die Meinungen der Menschen und auch die öffentliche Debatte hervorragend wider: Manch einer spreizt die Finger zum "Peace"-Zeichen, andere halten sich den Arm schützend vors Gesicht, um nicht erkannt zu werden. Das zeigt die Uneinigkeit über das Projekt, die genau so unter deutschen Politikern, Datenschützern und Internetaktivisten vorherrscht.

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