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Die XXL-Chefredaktion der Bunten

Der MEEDIA-Rückblick für diese Woche: Immer wieder werden Prominente von Zeitungen zu Chefredakteuren für eine Tag ernannt. Am Sonntag Joachim Gauck bei der Berliner Morgenpost. Der PR-Kniff ist mittlerweile zu einer ausgelatschten Masche verkommen. Bitte nicht mehr davon! Das Book ist ein tolles neues Gadget, das noch nicht mal Strom verbraucht und sehr mobil ist, Apple zeigt sich gegenüber Nazi-Killerspielen ungewohnt tolerant, und die schon sehr große Bunte-Chefredaktion wird bald noch größer.

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Bunte-Über-Chefin Patricia Riekel hat Tanja May und Katrin Sachse mit Wirkung zum 1. Januar 2011 zu stellvertretenden Chefredakteurinnen ernannt. May ist bereits Chefreporterin und Mitglied der Chefredaktion und für so manchen Bunte-Scoop verantwortlich. Sie soll bei Bunte einen neuen Recherchepool aufbauen. Wahrscheinlich eine gute Idee. Kam die Bunte doch jüngst ins Gerede, als der Stern aufdeckte, dass sie eine externe Agentur mit Recherchen beauftragte, die dann prompt Politiker bespitzelte. Sachse kommt vom Nachrichtenmagazin Focus, wo Riekels Lebensgefährte Helmut Markwort gerade offiziell die Chefredaktion niedergelegt hat. Dort war sie als Redakteurin im Deutschland-Ressort tätig, schreibt new-business.de. In der Bunte-Chefredaktion sitzen bereits Sebastian Graf von Bassewitz (Stellvertreter von Frau Riekel), Christian Guth, Stefan Blatt, Tobias Lobe, Petra Pfaller, Paul Sahner und Christiane Soyke. Die Chefredaktion des People-Blattes ist nicht nur bunt, sie ist auch groß. Und bald wird sie noch größer und auf mit Blick auf die Gesamtzahl der Beschäftigten auf rekordverdächtige zehn Personen anschwellen.
Am Sonntag erscheint die Berliner Morgenpost anlässlich des Jubiläums des Tags der Deutschen Einheit mit Joachim Gauck als Chefredakteur. In der Vergangenheit war schon mal Bono, der Sänger von U2, Chefredakteur des Independent, Bob Geldof war für einen Tag Chefredakteur der Bild, Sascha Lobo war für einen Tag Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Karl Lagerfeld war für einen Tag Chefredakteur bei der französischen Zeitung Libération undsoweiterundsofort. Langsam reicht es. Einmal, zweimal, vielleicht sogar dreimal ist der Gag mit einem Promi, der für einen Tag Chefredakteur spielt, noch ganz okay. Mittlerweile ist die Masche aber zu ausgelatscht. Immer die gleichen Fotos vom echten Chefredakteur, der dem Promi Layouts oder Bilder reicht. Bitte, bitte keine Prominenten mehr als Chefredakteure. Auch nicht für einen Tag!

Haben Sie schon vom Book gehört? Das heißeste Ding auf dem Mobile Markt. Da kannste das WeTab glatt vergessen. Book ist total interaktiv, verbraucht keinen Strom und bietet eine rattenscharfe Auflösung. Gemeint ist natürlich keine hippe Innovation, sondern das stinknormale Buch. Die spanische Community leerestademoda.com hat ein witziges Video gemacht, bei dem die leider oft vergessenen haptischen Vorzüge des Buchs ins rechte Licht gerückt werden. Der Hessische Rundfunk hat das Video freundlicherweise mit deutschen Untertiteln versehen bei YouTube reingestellt.

Was Sex betrifft ist man bei Apple im App-Store ja sehr restriktiv. Unvergessen ist der Zwischenfall, als der brave Stern mit seiner App wegen einer harmlosen Erotik-Fotostrecke kurzzeitig aus dem App-Store flog oder Bild in vorauseilendem Gehorsam die Sekundär-Geschlechtsteile seiner Bild-Girls mit Blitzen entschärfte. Weniger Probleme haben die Herrschaften aus Cupertino mit dümmlichen Brutalo-Spielchen. Zu nennen wäre hier “100 Nazi Scalps”, ein iPhone-Spiel, bei dem Comic-Nazi-Soldaten aufs brutalste zugerichtet werden. Das Spiel ist schon seit Ende 2009 im Store, und keinen regt es auf.

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