US-Verlage finanzieren News-Aggregator

Rätselraten um ein Start-up namens Ongo: Die Zeitung USA Today berichtet, dass sie selbst sowie die New York Times und die Washington Post je vier Millionen Dollar investiert haben. Das von dem früheren eBay-Manager Alex Kazim gegründete Unternehmen arbeitet offenbar an einem News-Aggregator im Stil von Google News, will aber auch "social media"-Elemente einbauen. Geht es um eine gemeinsame Plattform für "Paid Content"?

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Dass drei der vier großen US-Zeitungen (neben dem Wall Street Journal) Millionen investieren, um ihre Inhalte selbst in einen kostenlosen Aggregator einzuspeisen, ist äußerst unwahrscheinlich. Sie gelten, so wenig wie deutsche Verlage, kaum als Fans von Google oder redaktionell unterfütterten Sammel-Seiten wie Huffington Post oder Drudge Report. Die Süddeutsche (Freitag-Ausgabe, nur Print) vermutet deshalb mit gutem Grund, dass hinter der gemeinsamen Unterstützung von Ongo die Idee stecken könnte, eine Plattform für Bezahl-Inhalte zu schaffen.
Bei Gründer Kazim ist eine kommerzielle Expertise verbürgt, weitere ehemalige eBay-Mitarbeiter sind involviert. Ongo wurde im April im kalifornischen Cupertino gegründet und hat sich weitgehend unbemerkt aufgebaut. Auch die an der Westküste beheimateten Branchenexperten und Texh-Blogger wissen kaum mehr, als Kazim selbst mitgeteilt hat: "Wir werden die verschiedenen Wege einbeziehen, auf denen Nutzer Nachrichten lesen, ordnen und teilen möchten."
Auch die Washington Post erklärte recht undeutlich, man wolle "mit verschiedenen Möglichkeiten experimentieren, digitale Informationen zu verarbeiten." Die New York Times soll mit den Ongo-Gründern seit einem Jahr in Verhandlungen stehen. Von der Company ist bekannt, dass sie einen Umstieg auf "Paid Content" für 2011 ins Visier genommen hat. Murdochs News Corporation (Wall Street Journal) hat diesen Schritt bereits vollzogen und ist womöglich deshalb bei Ongo nicht im Spiel.

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