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Doping: Tour-Zukunft bei ARD/ZDF offen

Die öffentlich-rechtlichen Sender überlegen angesichts der positiven Dopingprobe beim dreifachen Sieger Alberto Contador einmal mehr, aus den Live-Übertragungen der Tour de France auszusteigen. "Wir sind in Gesprächen mit der ARD, es gibt aber keine grundsätzliche Entscheidung", erklärte ZDF-Sprecher Walter Kehr der dpa. Der Vertrag mit dem Veranstalter läuft bis 2011, es stellt sich aber die Frage nach der journalistischen Verantwortung.

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ARD und ZDF sind vertraglich bis einschließlich 2011 an den Veranstalter gebunden und verpflichtet, täglich zu berichten; zuletzt meist eine Stunde live pro Tag. Schon bei zahlreichen früheren Doping-Skandalen im Radsport stellte sich aber die Frage, ob Vertragsklauseln nicht einen Ausstieg ermöglichen sollten, oder ob die journalistische Verantwortung einen solchen Schritt nicht erzwingen müsste. Contador wäre, wenn sich die positive A-Probe bestätigt, schon der zweite Tour-Sieger nach Floyd Landis 2006, dem der Titel aberkannt werden müsste; von zahlreichen weiteren prominenten Fällen gar nicht zu reden.
ARD und ZDF hatten ihre Berichterstattung aus Frankreich massiv ausgeweitet, als 1996 die Erfolge von Jan Ullrich begannen. Dessen Doping-Sperre löste die erste Welle von Diskussionen aus. Mehrere Intendanten sprachen sich dafür aus, den offensichtlich nachhaltig Doping-durchsetzten Radsport fallen zu lassen. Das Hauptargument dagegen war eben die vertragliche Verpflichtung, verbunden mit der im Sport populären Argumentation, positive Test-Fälle belegten gerade die Ernsthaftigkeit des Antidoping-Kampfes.

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