Kiosk-Duell: Die Exklusive gegen Die Aktuelle

Der Name erscheint zunächst wie ein Witz, ist aber ernst gemeint. Der Essener Verlag Stegenwaller hat eine neue Frauenzeitschrift mit dem seltsam klingenden Namen Die Exklusive auf den Markt geworfen. 500.000 Exemplare werden gedruckt und für einen Euro unters Volk gebracht. Die Exklusive - das klingt nicht nur so ähnlich wie Die Aktuelle, das sieht auch so ähnlich aus. Der neue Titel ist in Aufmachung und Konzept deutlich an das WAZ-Blatt Die Aktuelle angelehnt.

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Der Name erscheint zunächst wie ein Witz, ist aber ernst gemeint. Der Essener Verlag Stegenwaller hat eine neue Frauenzeitschrift mit dem seltsam klingenden Namen Die Exklusive auf den Markt geworfen. 500.000 Exemplare werden gedruckt und für einen Euro unters Volk gebracht. Die Exklusive – das klingt nicht nur so ähnlich wie Die Aktuelle, das sieht auch so ähnlich aus. Der neue Titel ist in Aufmachung und Konzept deutlich an das WAZ-Blatt Die Aktuelle angelehnt.
Das geht los beim ähnlich klingenden Namen, wird fortgeführt über das rote Logo, die Aufmachung und Typografie der Leute-Seiten und hört bei der Platzierung und Aufmachung des umfangreichen Rätselteils im Inneren noch lange nicht auf. Wer nicht gut aufpasst am Büdchen, der könnte statt zur Aktuellen vielleicht eher weniger als mehr bewusst zur Exklusiven greifen. In Sachen Themen und Aufmachung lassen sich dann aber doch ein paar Unterschiede zwischen beiden Blättern finden. Die Exklusive wird auf besserem Papier gedruckt als Die Aktuelle und Die Exklusive berichtet eher über Promis und internationale Stars. Michael Douglas statt Victoria von Schweden. Und wo man bei der Aktuellen Text-Häppchen über die Heilkraft des Rutilquarz, chronische Schmerzen und Bluthochdruck liest, schreibt die Exklusive über die üblichen Star-Stiefeletten und Schminkzeugs. Naja, ganz ohne Artikel über Sodbrennen und Schnarchen kommt dann auch die Exklusive nicht aus, aber wenn man lange genug reinschaut, merkt man schon einen gewissen Unterschied. Dass Die Exklusive hingegen offiziell zunächst als Monatsmagazin startet, muss nix heißen. Bei Erfolg ist schnell auf einen Wochenrhythmus umgestellt.
 

Erkennen Sie den Unterschied? Oben: Die Aktuelle; unten: Die Exklusive
Im Stegenwaller Verlag erscheinen ansonsten Titel wie Schöne Welt, Gute Laune oder, fast schon drohend, Freizeit Total. Das meiste davon sind Billig-Heftchen, die für 49 bis 69 Cent verscherbelt werden. Mit einem Euro ist Die Exklusive zudem zwar für Stegenwaller Verhältnisse teuer, im Vergleich zu Aktuellen mit 1,50 Euro aber deutlich billiger.
Die Aktuelle fiel in der Vergangenheit immer wieder mit abenteuerlichen Räuberpistolen und seltsamen Geschichten auf. Trotzdem verkauft das Blatt im Einzelverkauf noch fast 334.000 Exemplare. Offenbar ist in der trüben Suppe aus zusammenfabulierten Promi-Geschichten, Rätseln, Zipperlein und Rezepte-Ecken noch immer viel Geld zu holen. Das Erscheinen der Exklusiven zeigt, wie dreist und knallhart der Verdrängungswettkampf am unteren Niveau-Ende des Zeitschriftensegments mittlerweile geführt wird.

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