Elitz: „Stiftung Medientest“ für ARD & ZDF

Der frühere Deutschlandradio-Intendant Ernst Elitz wünscht sich in einem Beitrag für die FR eine unabhängige "Stiftung Medientest", um die Qualität bei ARD und ZDF zu sichern. Eine solche Institution, die schon die "Weizsäcker-Kommission" 1994 anregte und zuletzt von Norbert Schneider, ehemaliger Direktor der Landesmedienanstalt NRW, vorgeschlagen wurde, könnte "den Sendern Mut machen, jenseits der heute vorherrschenden Gremienbetulichkeit provokante Themen auf den besten Programmplätzen auszustrahlen."

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Provokante Themen sind offensichtlich auch die Sache von Ernst Elitz, der in einer langen öffentlich-rechtlichen Karriere unter anderem Moderator des "heute-journals", Chefredakteur Fernsehen des Süddeutschen Rundfunks und Gründungs-Intendant von Deutschlandradio war. Zur Annäherung von ARD/ZDF und den Privaten merkt Elitz an, dass vielleicht "die junge Pop-Künstlerin Lena Meyer-Landrut die ideale Generalintendantin des dualen Systems wäre." Deren Aufstieg ging bekanntlich aus einer Kooperation von ARD und PRO 7 hervor.
Tatsächlich sorgt sich Elitz um die Legitimation der Öffentlich-Rechtlichen, die im Zusammenhang mit der Haushaltsabgabe ab 2013 erneut diskutiert wird. Wenn die gesellschaftspolitische Notwendigkeit von "über fünfzig Radio- und inzwischen neunzehn Fernsehprogramme samt dazugehörigen Internetauftritten" nicht präzise begründet würde, dann seien "Forderungen nach einer Entflechtung des Systems durch Teilprivatisierung und Übernahme durch die Verlage" noch häufiger zu hören.
Zur Sicherung der Qualität unterstützt Elitz einen Vorschlag von Norbert Schneider, den am Freitag verabschiedeten Direktor der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen. Die Idee einer "Stiftung Medientest" geht sogar auf eine 1994 von Richard von Weizsäcker berufene Sachverständigen-Kommission zurück, die einen "Rat zur Begutachtung der elektronischen Medien" empfohlen hatte. Die könne ARD und ZDF dabei unterstützen, ihre "Stärken stärker herauszustellen". Elitz: "Eine Programmpolitik nach dem Motto ‚allen recht und keinem weh‘ vernebelt das Alleinstellungsmerkmal von höchster Qualität, das in einem gebührenfinanzierten System gesellschaftspolitisch definiert werden muss."
Gegen Ende seines Beitrags flicht Elitz eine weitere provokante These ein: "Hätten die quotenstarken Massenprogramme ihren Aufklärungsauftrag erfüllt, wäre Thilo Sarrazin uns erspart geblieben."

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