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Deutscher Fernsehpreis: Raab statt Bohlen

"Wir haben in Deutschland Fernsehen der Spitzenklasse." Das ist ein Statement, und es stammt aus dem berufenen Munde von Bettina Böttinger, der Jury-Vorsitzenden des Deutschen Fernsehpreises. Ein neunköpfiges Expertenteam unter Leitung von Böttinger und Christoph Keese (Axel Springer) wählte aus rund 1200 Programmvorschlägen die besten Beiträge für zwölf Preiskategorien aus. Überraschend: Erstmals sind auch Kindersendungen nominiert - und auch nicht Bohlens DSDS, sondern Raabs Lena-Casting.

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Kategorie Fernsehfilme
Hier nominierte die Jury mit "Barfuß bis zum Hals" (Sat.1), "Die letzten 30 Jahre" (ARD), "Mörder auf Amrum" (ZDF), "Tatort: Weil sie böse sind“ (ARD) und "Zivilcourage“ (ARD) fünf Produktionen. Um das wichtige Genre des Mehrteilers und die besonderen Programmanstrengungen der Sender angemessen zu würdigen, wird nach der Premiere 2009 die Kategorie "Bester Mehrteiler" auch in diesem Jahr separat aufgestellt. Nominiert sind: "Im Angesicht des Verbrechens" (ARD/Arte), "Die Grenze" (SAT.1) und "Vulkan" (RTL).

Kategorie Serien
Das Jahr sorgte für einige Überraschungen und spiegelt die Experimentierfreude der Branche wieder. Mit "Allein gegen die Zeit" (NDR/KI.KA), "Danni Lowinski" (SAT.1) und "Klimawechsel“ (ZDF) sind drei frische und überzeugende Neustarts nominiert. 

Kategorie Schauspieler
Fünf Schauspieler und Schauspielerinnen, deren Rollen nicht unterschiedlicher sein könnten, prägten nach Ansicht der Jury das Fernsehjahr. Christoph Bach als "Dutschke" (ZDF), Martin Brambach für "Barfuß bis zum Hals" (SAT.1), Lars Eidinger für "Verhältnisse" (ARD), Thomas Kretschmann für "Romy" (ARD) und "Die Grenze" (SAT.1) sowie Hinnerk Schönemann für "Mörder auf Amrum" (ZDF), treten bei den Schauspielern gegeneinander an. Bei den Schauspielerinnen sind Ulrike Kriener für "Klimawechsel" (ZDF), Ulrike Krumbiegel für "Der verlorene Vater" (ARD), Rosalie Thomass für "Die letzten 30 Jahre" (ARD), Jessica Schwarz für "Romy" (ARD) sowie Nadja Uhl für "Der Tote im Spreewald" (ZDF) nominiert. 

Kategorie Dokumentation
In diesem Jahr sah die Jury vor allem im Bereich der Dokumentationen eine herausragende Vielfalt: Neue Ästhetik in der Vermittlung von historischen Themen, klassische Langzeitbeobachtungen, beeindruckende Rechercheleistungen und umfangreiche Samstagabendprogrammierungen. Nominiert sind: "Aghet – Ein Völkermord" (ARD), "Henners Traum – Das größte Tourismusprojekt Europas" (ZDF), "Spiegel TV – die Große Samstagsdokumentation: Eingesperrt, um frei zu sein – Das geheime Frauengefängnis der DDR" (VOX), "die story: Karstadt – Der große Schlussverkauf" (ARD/WDR) und "Überall nur nicht hier" (ZDF).

Kategorie Beste Information

 Mit "auslandsjournal" und "auslandsjournal XXL" (ZDF), der Iranberichterstattung von Peter Mezger (ARD) und "logo! Die Welt und ich" (KI.KA/ZDF) hat die Jury "verlässliche Quellen" und "herausragende zielgruppengerechte Aufarbeitung" gefunden und nominiert.
Kategorie Casting-Formate
Castingsendungen sind weiterhin auf dem Vormarsch und überraschen nach Überzeugung der Jury mit einer perfektionierten Suche nach neuen Talenten und durch engagierte Mentoren. Nominiert sind: "Unser Star für Oslo" (Pro7/ARD), "Willkommen bei Mario Barth" (RTL) und die Castingsendungen von "X Factor" (VOX).

Kategorie Sport

ARD, RTL, Sky und ZDF im sportlichen Direktvergleich: die Leistungen der Moderatoren, Kommentatoren sowie die gesamte Präsentation der jeweiligen Sender der Fußball-WM sind in der Kategorie „Beste Sportsendung“ nominiert.

Kategorie Dokutainment
Dokutainment ist aus der deutschen TV-Landschaft nicht mehr wegzudenken. Gastronomieexperte Christian Rach in "Rach, der Restauranttester" und "Rachs Restaurantschule" (RTL), Schuldnerberater Peter Zwegat in "Raus aus den Schulden" (RTL) und Rapper Sido in "Sido geht wählen" (Pro7) packen selber an und zeigen, wie man gesellschaftliche Fragen publikumswirksam vermittelt.

Die 12. Preisverleihung des Fernsehpreises findet am Samstag, 9. Oktober 2010, in Köln statt. Die ARD strahlt die Aufzeichnung am folgenden Sonntag ab 21.45 Uhr aus.

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