Christo will seine Goldene Henne nicht

Die Goldene Henne ist der Medienpreis von Burdas erfolgreicher ostdeutscher Illustrierter SuperIllu und mittlerweile neben dem Bambi die wichtigste Veranstaltung des Verlags. In diesem Jahr wurde u.a. der Künstler Christo für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Als Hommage an seine Verhüllung des Berliner Reichstags wurde der Veranstaltungsort Friedrichstadt Palast verhüllt. Nur: Christo war nicht freudig überrascht, sondern tödlich beleidigt. Der Künstler reiste verärgert ab, ohne seine Henne mitzunehmen.

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Im Internet erklärt SuperIllu-Chefredakteur Jochen Wolff das “Missverständnis”. Nach der Verleihung habe Christo am liebsten sofort die Bühne verlassen wollen, so Wolff. Er musste aber bleiben, denn als Überraschung und Hommage hatte man noch den Friedrichstadt Palast verhüllt. Wolff: “Doch das verstehende Lachen des Meisters, auf das die TV-Kameras warteten, blieb aus.” Offenbar verstand der Künstler die Verhüllung nicht als Hommage, sondern ärgerte sich darüber.

Das ganze war eine Anspielung auf die spektakuläre Verhüllungsaktion von Christo und seiner inzwischen verstorbenen Frau Jeanne-Claude mit dem Berliner Reichstag 1995. “Christo ist einer der großen Künstler der Gegenwart – und es tut mir leid, dass er sich von der Überraschungsaktion nicht geehrt, sondern verärgert fühlt”, so SuperIllu-Chef Jochen Wolff. Der Meister sei ohne seine Henne im Gepäck abgereist.

Wolff vergisst auch nicht zu erwähnen, dass die SuperIllu den Künstler immerhin für drei Tage erster Klasse aus New York nach Berlin einfliegen ließ und er dort auch die Gelegenheit nutzte, sein neues Buch umfangreich vorzustellen. Wolff: “Nur seine Henne mag er nun nicht mehr. Schade. Deshalb noch einmal: Entschuldigung, Meister!” Undank ist der Welt Lohn.

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