Dem Bayernkurier droht das Aus

Stürmische Zeiten für organisationsabhängige Medien: Erst wird das katholische Blatt Rheinischer Merkur bei der Zeit integriert, jetzt steht das CSU-Organ Bayernkurier vor dem Aus. Wegen einer Erhöhung des Mindestbeitrages pro Partei-Mitglied auf 60 Euro im Jahr, zweifeln die Kreisverbände Hof-Land und Lichtenfels die Notwendigkeit ihrer Parteizeitung an. Ihr Gegenvorschlag: den Bayernkurier einstellen. Einen entsprechenden Antrag haben die oberfränkischen Kreisverbände bereits eingereicht.

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Die Begründung aus Hof-Land lautet: „Aufwand und Nutzen des Bayernkuriers stehen in keinem vernünftigen Verhältnis", so Alexander König, Kreisvorsitzender und Mitglied des CSU-Fraktionsvorstandes im Bayerischen Landtag.
Aus dem Kreisverband Lichtenfels heißt es: Die Landesleitung der Partei mache "keinerlei Vorschläge zum Sparen, da wollten wir helfen", so der Vorsitzende des Kreisverbands, Christian Meißner. Das jährliche Defizit des Verlags des Bayernkurier beziffert der Oberfranker auf "ungefähr 1,2 Millionen Euro". Ganz anderer Meinung ist Bayernkurier-Verlagsleiter Reinhard Schaefer: "Wir arbeiten sehr wirtschaftlich" – Zahlen nennt er allerdings nicht.
Ob die CSU dann ihr publizistisches Engagement beenden wird, soll am Parteitag Ende Oktober entschieden werden. Der Bayernkurier wurde 60 Jahren von Franz-Josef Strauß gegründet. Als derzeitiger Herausgeber fungiert Parteichef Horst Seehofer. Chefredakteur ist Peter Hausmann. Die Auflage des Parteiblattes beträgt 61.484 Exemplare (IVW II/2010). Für den Münchner Verlag arbeiten insgesamt 13 Mitarbeiter.

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