Apple in China: Vor dem nächsten Boom

Kaum eine Woche vergeht ohne neue Erfolgsmeldungen aus Cupertino: Neue Verkaufsrekorde werden vermeldet, neue Allzeithochs an der Börse erklommen und immer höhere Kursziele von Analysten formuliert. Neuen Treibstoff für die anhaltende Wachstumsdynamik machen immer mehr Marktexperten in Asien aus. Nach dem furiosen Start des iPads und iPhone 4 vergangene Woche in China sehen Analysten für Apple im weltgrößten Mobilfunkmarkt großes Potenzial.

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Kaum eine Woche vergeht ohne neue Erfolgsmeldungen aus Cupertino: Neue Verkaufsrekorde werden vermeldet, neue Allzeithochs an der Börse erklommen und immer höhere Kursziele von Analysten formuliert. Neuen Treibstoff für die anhaltende Wachstumsdynamik machen immer mehr Marktexperten in Asien aus. Nach dem furiosen Start des iPads und iPhone 4 vergangene Woche in China sehen Analysten für Apple im weltgrößten Mobilfunkmarkt großes Potenzial.

Man kennt die Bilder bisher nur aus der westlichen Welt: Schlangen vor den Apple Stores, um auch gleich an Tag eins in Besitz eines neuen Kultprodukts zu kommen – in den USA sind sie seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, in Europa spätestens mit der Einführung des iPads auch.

Nach Jahren des verhaltenen Abwartens ist nun auch in China die iMania ausgebrochen. Und wie: Tumultartige Szenen spielten sich in der vergangenen Woche in Peking ab, als das iPhone endlich auch auf dem größten Mobilfunkmarkt der Welt debütierte. Weil Apple, anders als in der westlichen Welt, zunächst keine Mengenbeschränkungen auf die Geräte abgegeben hatte, starteten einzelne Kunden Hamsterkäufe von 20 bis 30 Geräten – offenbar versuchten Schwarzhändler so von den erwarteten Lieferengpässen zu profitieren. 

Starke Nachfrage beim China-Start des iPhone 4: "Künftig eine wichtigere Rolle"

Tatsächlich fällt die Nachfrage nach dem neuen iPhone weitaus größer aus als der eher mäßige Start des Vorgängermodells 3G S, von dem seinerzeit nach Medienberichten am Startwochenende gerade mal 5000 Geräte verkauft worden sein sollen. Diesmal waren mehr als 200.000 Vorbestellungen eingegangen – offenbar mehr als Exklusiv-Provider China Unicom zum Marktdebüt anbieten konnte und daher die Aktion stoppte. Mehr als 100.000 Geräte wurden dann zum Verkaufsstart Ende September in den ersten Tagen abgesetzt.

Analysten zeigten sich angesichts der höher als erwarteten Nachfrage beeindruckt. "Mit dem iPhone 4 wird Apple künftig eine wichtigere Rolle in China spielen", glaubt Mark Natkin vom Marktforscher Maybridge Consulting. Mit umgerechnet  580 Dollar (16 GB-Modell bei Zweijahresvertrag) ist das neue iPhone 4 zudem günstiger als der Vorgänger 3G und könnte damit auf dem mit 800 Millionen Nutzern größten Mobilfunkmarkt der Welt attraktiver für Neukunden werden.

Smartphone-Duell mit Google: Apple in Asien besser positioniert

Die Aktienmärkte reagierten nach den ersten Verkaufzahlen aus China zu Beginn der vergangenen Woche mit einem Kursplus von lediglich zwei Prozent. "Apple hat mit nur zwei Stores in Peking und Shanghai bisher keine große Präsenz, deswegen ist das Echo der Aktienmärkte kurzfristig eher verhalten", erklärt Vermögensverwalter Peter Navarro.

"Langfristig sind die Aussichten jedoch ungleich besser, weil Apples Smartphone-Rivale Google in China einen so schlechten Stand hat, dass die Regierung in Peking Apple durchaus bevorzugen könnte", mutmaßt Navarro.

Analysten geben immer höhere Kursziele heraus

Branchenkollege Jim Cramer (CNBC "Mad Money") sieht unterdessen vor allem beim iPad Potenzial: "Es passiert gerade so viel bei Apple im Ausland, was noch nicht von der Aktie reflektiert wurde. Hunderttausende iPads wurden in China verkauft, der Antrag auf eine Verkaufslizenz von Südkorea folgt gerade. Und dann das Momentum beim iPhone und iPod touch. Die Aktie bleibt ein Kauf!" Anleger taten genau das und schickten das zuletzt leicht schwächelnde Papier im gestrigen Handel an der Wall Street um mehr als 10 Dollar oder knapp 4 Prozent auf 289 Dollar nach oben.

Glaubt man der Analystenzunft, ist auf diesem Niveau aber noch lange nicht Schluss: Fast täglich wurden zuletzt die Kursziele angehoben – von Jefferies & Co gestern auf 365 Dollar, nachdem Shaw Wu (Kaufman Brothers) schon das Niveau von 374 Dollar und Piper Jaffray und Morgan Stanley gemeinsam die Marke von 390 Dollar genannt hatten. Getoppt wurden die immer höheren Kursziele indes am Montag von Ticonderoga-Analyst Brian White, der auf 12-Monatssicht gar 430 Dollar sieht – das wären noch mal knapp 50 Prozent mehr als aktuell.

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