Dummy zeigt Ministerin mit Penisnase

Das perfekte Cover ist ein Mix aus einem interessanten Thema und einer ungewöhnlichen Optik, die im Idealfall noch das Zeug für einen kleinen Eklat hat. Nach dieser Definition kommt die Dummy-Ausgabe "Jugend" dem idealen Titel schon recht nahe. Denn das Redaktionsteam um Herausgeber Oliver Gehrs ließen ein Porträt der Familienministerin Kristina Schröder von Schülern aus Neukölln bemalen. Das Ergebnis ist frech und intelligent und zeigt die Politikerin mit Penisnase oder als Emo-Braut.

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Im Dummy-Blog wird erzählt, wie sich die Jugendlichen nach Schulschluss mit Markern und Kugelschreibern bewaffnet auf die Porträts der Ministerin stürzten. "Manche nahmen sich bis zu dreißig Minuten Zeit, um sich auch noch eine politische Message aus den Fingern zu saugen: ‚I love Joints‘, ‚Hartz4‘, ‚Die Regierung versklavt unseren Verstand‘, sowas eben." Überrascht hat die Journalisten vor allem, dass "die Mädchen die fiesesten Penisnasen und Ferkeleien produzierten".

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Das war allerdings nicht die einzige Überraschung. Für ihr neues Heft haben sich die Berliner intensiv mit heutigen Teenies auseinander gesetzt und festgestellt, dass sie anders als ihr Ruf sind. "Man kann die Titelgeschichten nicht mehr zählen, die in den letzten Jahren irgendwelche Generationen ausgerufen haben. Egal was die Jugend gerade macht, schon steht es unter einem schmissigen Rubrum in der Presse", schreibt der Herausgeber Gehr in seinem Editorial.

Schröder mit Schweinsnase und als Schnecke

Der Blattmacher kommt zu dem Schluss: "Jugendlicher zu sein war ja nie einfach, aber es kommt einem so vor, als sei es nie so schwer gewesen wie gerade heute." Die Redaktion hat sich bemüht, der Jugend ohne Vorbehalte gegenüberzutreten und sie selbst zu Wort kommen zu lassen. So sind die Autoren mit Jugendlichen "in den Urlaub an die Costa Brava gefahren und haben Teenager angetroffen, die mit Youporn wenig am Hut haben, dafür aber mit Kuscheln. Wir waren in einem chinesischen Umerziehungslager, wo angeblich Internetsüchtige kuriert – oder auch getötet werden."

Alle drei Monate erscheint eine neue Ausgabe des monothematischen Heftes. In diesem Jahr erschienen bereits Polizei und Provinz.

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