taz-Genossen schmettern Anträge ab

Im Kampf um die Rücknahme ihrer Vertragskündigungen haben die taz-Auslandskorrespondenten am vergangenen Samstag keinen Rückhalt von den Genossen erhalten. Auf der Vollversammlung entschieden die Mitglieder mit 108 zu 105 Stimmen gegen den Antrag der Korrespondenten inhaltlich zu befinden und sich somit in ihren Streit mit der Chefredaktion einzumischen. Auch ein Alternativantrag, der den Einsatz eines Mediators zwischen den beiden Parteien vorsah, wurde mit 95 zu 115 Stimmen abgelehnt.

Anzeige

In der vergangenen Woche hatte taz-Chefredakteurin Ines Pohl angekündigt, den Auslandskorrespondenten künftig eine monatliche, einheitliche Pauschale zu zahlen. Dazu hatte sie die alten Verträge gekündigt und neue angeboten, die jedoch ein niedrigeres Honorar – im Durchschnitt 15 Prozent weniger –  beinhalteten. Pohl will damit dem Auslandsetat mehr Geld zur Verfügung stellen, um die Reisen der Korrespondenten zu finanzieren. Zudem soll durch die Änderung die Bezahlung der PauschalistInnen gerechter verteilt werden. Gegenüber MEEDIA sagte sie diesbezüglich: "Für gleiche Arbeit müssen die Redakteure auch gleiches Geld bekommen." Die Auslandskorrespondenten hatten ihrem Ärger darüber öffentlich in Form eines Videos und einer Facebook-Gruppe Luft gemacht. Darüber hinaus hatten sie eine Petition auf den Weg gebracht.   
Auf der Versammlung hatten die Genossen keine Möglichkeit gesehen, den Auslandsetat durch andere Mittel aufzustocken. Somit hielten sich die Mitglieder mit den abgeschmetterten Anträgen gänzlich aus der Angelegenheit zwischen Chefredaktion und den Auslandskorrespondenten raus. Als einer der Gründe für das Verhalten wurde angebracht, dass man die redaktionelle Unabhängigkeit wahren wolle, indem sich die Eigentümer der Zeitung nicht in die Verteilung des Etats einmischen wollten.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige