Focus formiert investigative Eingreif-Truppe

Nächster Schritt der Nachhaltigkeits-Offensive beim Münchner Nachrichtenmagazin: Der Focus gründet ein neues Ressort "Investigative Recherche". Die Leitung übernimmt Kayhan Özgenc, 40, sein Stellvertreter wird Olaf Wilke, 52, beide langjährige Focus-Redakteure. Nach Überzeugung der Chefredakteure Wolfram Weimer und Uli Bauer soll in diesem Zuge eine "eine schlagkräftige Mannschaft außergewöhnlicher Reporter" formiert werden, um die "Nachrichtenkompetenz" des Blattes zu stärken.

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Die Einführung des neuen Spezialressorts ist nur eine von einer ganzen Reihe struktureller Veränderungen, die seit dem Amtsantritt des neuen Chefredakteurs Wolfram Weimer vorgenommen worden oder noch in Planung sind. Interessant ist dabei, dass die Verantwortung für die Investigativen Redakteuren übertragen wird, die über Jahre beim Magazin gewirkt haben und nicht etwa "zugekauften" Fachkräften. Dies spricht dafür, dass sich das Verhältnis zwischen der Redaktion und dem neuen Mann an der Spitze konstruktiv entwickelt.
Kayhan Özgenc erhielt 2006 den Henri-Nannen-Preis für die "beste investigative Leistung" bei der Aufdeckung der "VW-Affäre". Özgenc arbeitet seit 1997 für Focus, zuletzt als Leiter des Berliner Parlamentsbüros. Davor leitete er das Hamburger Büro des Nachrichtenmagazins. Der gebürtige Bremer wuchs im niedersächsischen Verden auf, volontierte bei der Verdener-Aller-Zeitung und studierte in Hamburg Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politik und Kriminologie.

Olaf Wilke arbeitet seit 1994 für Focus, zuletzt als Redakteur für besondere Aufgaben im Hauptstadtbüro. Zuvor war der Ludwig-Erhard-Preisträger bei der "Berliner Zeitung" tätig, unter anderem als USA-Korrespondent und stellvertretender Wirtschaftschef. Wilke ist Dozent für Magazinjournalismus an der Freien Universität Berlin.
Dass sich hinsichtlich der investigativen Kompetenz beim Focus bereits etwas bewegt habe, so die Mitteilung des Verlags, zeige auch die aktuelle Ausgabe. So berichte das Magazin exklusiv über das geheime Vermächtnis des Ferdinand Karl Piëch, der zu den mächtigsten Automanagern der Welt gehört. Der 73-jährige Nachfahre des legendären Porsche-Piëch-Clans und Großaktionär des künftigen VW-Porsche-Konzerns spreche im Focus erstmals darüber, wie er sein Erbe verteilt und zukunftsfest macht.

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