WeTab: Lob und Tadel bei der Vor-Premiere

Der viel diskutierte und mehrfach verschobene Launch des deutschen iPad-Konkurrenten WeTab soll nächste Woche endlich erfolgen. Ab 20. September soll das WeTab zunächst bei Media Markt und Amazon verfügbar sein. Die Macher haben zuvor (fast) fertige Geräte bei einem Computer-Stammtisch in München und am Rande der IFA in Berlin vorgestellt. Erste Testberichte im Web fallen gemischt aus. Es gibt Anerkennung aber auch noch viel Kritik. MEEDIA fasst Lob und Tadel für das WeTab zusammen.

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Lob für das WeTab:

Was allgemein gut ankommt bei den Testern der ersten Stunde ist der Bildschirm. “Fotos und Filme sehen auf dem WeTab sehr gut aus”, schreibt sogar der erklärte Apple-Fanboy Richard Gutjahr in seinem Hands-on-Bericht. Der Tester von Bild.de lobt, dass Videos in niedrigen Auflösungen sich problemlos und ruckelfrei abspielen lassen. Auch die Verarbeitung des WeTab wird positiv bewertet. “Das WeTab macht einen soliden Eindruck und liegt angenehm in der Hand”, schreibt n-tv.de. Welt Online notiert: “Es wirkt solide und stabil verarbeitet. Das Gehäuse aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung ist mit einem weichen Kunststoff beschichtet.”

Das WeTab wird mit dem von Intel und Nokia gemeinsam entwickelten, neuen Betriebssystem MeeGo betrieben. Das System basiert auf Linux und soll die Offenheit des WeTab garantieren. Präsentiert wurde so u.a. eine Version der kostenfreien Büro-Software Open Office fürs WeTab, die aber offenbar noch nicht für eine Bedienung via Touch-Display ausgelegt war. Bild.de vermerkt noch positiv, dass beim Surfen Flash-Inhalte, im Gegensatz zu Apples iPad, problemlos dargestellt werden.

Das WeTab wird einen eigenen Marktplatz für Apps bekommen. Wie viele zum Start zur Verfügung stehen, wollte ein Neofonie-Vertreter nicht sagen. Aber auch Apps, die für das Google-System Android entwickelt wurden, sollen auf dem WeTab dank einer Emulation laufen. Das funktionierte bei den Testgeräten aber noch nicht. Den offiziellen Android Market wird man gar nicht nutzen können.

Tadel für das WeTab

So ganz konnte das WeTab die ersten Tester dann doch nicht überzeugen. Zu vieles war eine Woche vor dem Start noch unfertig. Die PC Welt moniert: “Allerdings waren die allermeisten Anwendungen, die auf dem Vorserienmodell vorinstalliert waren, nicht touch-optimiert, sprich: die Bedienelemente sind viel zu klein, um sie mit dem Finger gut zu treffen.” Welt Online weist auf die eher schwache Akku-Leistung des WeTab hin: “Eine Messlatte für den Erfolg des WeTab könnte die Batterielaufzeit sein. Sie wird von den Herstellern mit ‘bis zu sechs Stunden’ angegeben. Apples iPad ist ausdauernder: Eine Akkuladung reicht nach Herstellerangaben für mehr als zehn Stunden Betrieb.”

Die Bedienung des Touch-Displays funktionierte auf den gezeigten Geräten nur eingeschränkt. Bild.de: “Wichtige Fingergesten, etwa das Zoomen, funktionierten im Test auf dem Touchscreen noch nicht.” auch n-tv wies auf noch fehlende Features hin: “Bis zur geplanten Auslieferung der vorbestellten Geräte am 21. September müssen unter anderem noch Android emuliert und die Touchbedienung (Pinchen, Zoomen) komplettiert werden.” HD-Videos konnten auf den Testgeräten ebenfalls noch nicht gezeigt werden. Bild.de fasst zusammen, was sonst noch alles nicht funktionierte: Videotelefonie per Skype, Kopieren und Einfügen von Text, Öffnen von Bildern oder PDFs, das Umstellen der Bediensprache von Englisch auf Deutsch. Laut Neofonie sollen die fehlenden Punkte kommende Woche bei Auslieferung der Geräte ergänzt sein und funktionieren.

Das WeTab ist mit knapp eine Kilo auch deutlich schwerer als das iPad von Apple, hat aber auch einen deutlich größeren Bildschirm. Zum härtesten Urteil kam Apple-Fan Richard Gutjahr in seinem Bericht: “Das Gerät, das ich heute in Händen hielt, wirkt alles andere als ausgereift. Weder die Hardware, noch die unübersichtliche Oberfläche haben mich überzeugt.” Ganz so hart waren die meisten anderen Testberichte nicht. “Letztendlich wird bei den Groß-Tablets derjenige das Rennen machen, der am schnellsten viele Apps vorweisen kann. Und da sieht es für das WeTab nicht unbedingt schlecht aus”, lautet das Fazit von n-tv.de. Die PC Welt fand den ersten Eindruck “zusammenfassend durchaus positiv”. Bild.de fand Bedienkonzept und Touchscreen gelungen, kritisiert aber, dass das Betriebssystem eine Woche vor dem Start noch eine “kleine Baustelle” ist.

Ab nächster Woche sollen sich dann endlich auch Endverbraucher ein Bild vom WeTab machen können.

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