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SeLoger: Springer droht Bietergefecht

Die geplante Übernahme des französischen Immobilienportals SeLoger durch die Springer AG droht zum Bieterwettrennen zu werden: Wenige Tage nach dem Kaufangebot ist ein Investmentfonds groß bei dem Internet-Unternehmen eingestiegen. Zehn Prozent der Aktien hat die australische Caledonia Investment erworben, berichtet Wirtschaftsblatt.at. Rund 500 Millionen Euro wollte Springer ursprünglich für die SeLoger-Übernahme springen lassen. Sein Angebot nachbessern will der Konzern erst einmal nicht.

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Nicht nur der australische Investmentfonds bietet jetzt für SeLoger. Auch die Zeitung Le Figaro und der französische Konzern Lagardere könnten laut Wirtschaftsblatt.at ein Auge auf den hochprofitablen Web-Dienst geworfen haben. Im ersten Halbjahr 2010 erzielte das Immobilienportal eine Rendite von 52 Prozent und einen operativen Gewinn von 20,5 Millionen Euro. Dazu kommt, dass das Springer-Angebot als zu niedrig empfunden wird: 34 Euro will der Berliner Medienkonzern pro Aktie bezahlen – der aktuelle Kurs liegt bei 37,60 Euro. Der Aufsichtsrat des französischen Immobilienportals riet den Aktionären bereits, ihre Anteile nicht zu verkaufen.
Die Axel Springer AG will ihr Angebot zurzeit nicht verbessern. "Wir glauben, dass der Preis von 34 Euro einer fairen Bewertung des Unternehmens entspricht", schreibt Reuters und verweist auf ein Interview mit Springer-Finanzchef Lothar Lanz mit der Börsen-Zeitung (Mittwochausgabe). Das sei auch der Preis, zu dem die SeLoger-Gründer ihre Aktien an Springer verkauft hätten. "Daher gibt es keinerlei Anlass, beim Preis nachzubessern", sagte er.
12,4 Prozent an Seloger.com gehören der Springer AG bereits. Für den Berlinier Medienkonzern ergibt sich zum ersten Mal seit längerem wieder ein Bieterwettrennen bei einer Übernahme eines Web-Portal. In der jüngeren Vergangenheit gingen die Konsolidierungen wie zum Beispiel von Stepstone und Digital Window recht problemlos über die Bühne.
Springer will außerdem 2,9 Millionen neue eigene Aktien an der Börse ausgeben. 275 Millionen Euro würde das bei dem aktuellen Kurs von 95 Euro pro Aktie einbringen.

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