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Medien-Aktien zwei Jahre nach Lehman

War da was? Heute vor zwei Jahren ging die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite und die schwerste Finanzkrise der vergangenen Jahrzehnte nahm ihren Lauf. Bluten musste in den Folgemonaten natürlich auch der Internet-, IT- und Mediensektor. Während Konzernlenker und Politiker schon die schwerste Krise seit den 30er-Jahren aufziehen sahen, haben sich die Krisengewinner schneller erholt, als es vor 24 Monaten einer erwartet hätte – und zwar dies- und jenseits des Atlantiks.

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War da was? Heute vor zwei Jahren ging die US-Investmentbank Lehman Brothers pleite und die schwerste Finanzkrise der vergangenen Jahrzehnte nahm ihren Lauf. Bluten musste in den Folgemonaten natürlich auch der Internet-, IT- und Mediensektor. Während Konzernlenker und Politiker schon die schwerste Krise seit den 30er-Jahren aufziehen sahen, haben sich die Krisengewinner schneller erholt, als es vor 24 Monaten einer erwartet hätte – und zwar dies- und jenseits des Atlantiks.

Es kommt einem wie gestern vor: Die verfrühten Herbstgewitter vom 15. September 2008, die sich in den folgenden Tagen an den Kapitalmärkten rund um den Globus zu einem Tornado entwickelten, den die Welt noch nicht gesehen hatte. „Die Welt stand am Abgrund“, fasst der damalige Finanzminister Peer Steinbrück in seiner gerade veröffentlichten Rückschau „Unterm Strich“ die dramatischen Verwerfungen zusammen, die nach dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers die Finanzmärkte in Atem hielten.

Mittendrin: Natürlich auch die führenden Internet- und Technologieaktien dies- und jenseits des Atlantiks, die in den folgenden sechs Monaten in einem beispiellosen Ausverkauf in die Knie gingen. Selbst die Kurse von hochkapitalisierten Konzernen wie Apple und Google verloren in der Krise binnen Monaten bis zu 50 Prozent ihres Wertes.

US-Technologiebörse notiert höher als vor Lehman-Crash

Doch zwei Jahre können an den Weltbörsen eine lange Zeit sein. Obwohl die Finanzmarktkrise als Erklärung, Ausrede oder zumindest Bezugspunkt in den Bilanzen und Pressekonferenzen bis heute immer wieder herhalten muss, ist sie doch exakt zwei Jahre nach ihrem offiziellen Beginn Geschichte – nämlich: überwunden.

Das bescheinigt zumindest der Leitindex der amerikanischen Technologiebörse, der Nasdaq Composite, der am Montag wieder auf das Vorkrisenniveau gesprungen war, das er die meiste Zeit des Jahres innehatte: Bei gestern 2290 Zählern liegt die führende Technologiebörse der Welt mehr als ein Prozent höher als am 12. September 2008, dem Schlussstand des verhängnisvollen Wochenendes, an dem Lehman Brothers in die Pleite rutschen sollte.
Krise, welche Krise: Apple-Aktie 80 Prozent mehr wert

Die Index-Schwergewichte notieren zum Teil heute indes viel höher als vor zwei Jahren: Apple, das inzwischen wertvollste Technologie-Unternehmen der Welt, wurde seinerzeit bei 149 Dollar gehandelt, ehe der Absturz ins Bodenlose folgte. Heute, zwei Jahre und viele Millionen iPhones und iPads später, bewilligen Anleger 268 Dollar pro Anteilsschein – macht ein sattes Plus von 80 Prozent.

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Der große Herausforderer auf dem Smartphone-Markt ist zwei Jahre nach dem  Ausbrechen der Finanzmarktkrise ebenfalls in die Pluszone zurückgekehrt, doch die Gewinne der Google-Aktie fallen weniger imposant aus: 480 Dollar heute versus 437 Dollar vor 24 Monaten – ein Zuwachs von 10 Prozent.

Krisengewinner Amazon: Beste US-Internetaktie

Klar in den Schatten gestellt wird Google damit vom inzwischen zweitwertvollsten Internet-Konzern: Die Amazon-Aktie zog seit dem Lehman-Crash um bemerkenswerte 93 Prozent an und ist damit klarer Gewinner des Internet-Sektors. Immerhin auch noch ins Plus rettete sich die eBay-Aktie in den letzten Tagen mit Zugewinnen von 8 Prozent.

Dass die Flut indes nicht alle Boote hebt, mussten Aktionäre von Yahoo erfahren: Mit nur noch 13,60 Dollar notiert der einstige Internet-Pionier heute 28 Prozent schwächer als am Vorabend des Lehman-Zusammenbruchs. Microsoft, der inzwischen nur noch zweitwertvollste Softwarekonzern der Welt, der lange Zeit versucht hatte, Yahoo zu übernehmen, machte seine Aktionäre ebenfalls nicht gerade glücklich – das Papier liegt um 9 Prozent hinten.

Deutsche Internet- und Medienwerte: Sky Flop, ProSiebenSat.1 Top

Das ist indes noch gar nichts gegen den größten Krisen-Verlierer am deutschen Aktienmarkt: Der Pay-TV-Sender Sky hat sich aus den Krisenwirren trotz Namensumfirmierung nie erholen können und notiert heute bei nur noch 99 Cent sagenhafte 92 Prozent schwächer als vor zwei Jahren. Auch das führende deutsche Online-Business-Netzwerk Xing, das sich lange Zeit so gut geschlagen hatte, hat zumindest Aktionäre in der Krisenzeit nicht glücklich gemacht: Bei 28,50 Euro notiert das Papier 11 Prozent schwächer als vor 24 Monaten.

Über ein leichtes Plus können sich sagen die Anteilseigner der Tomorrow Focus AG freuen, auch wenn es mit 7 Prozent überschaubar ausgefallen ist. Kräftige Renditen bescherten dagegen die beiden größten börsengelisteten deutschen Medienkonzerne ihren Aktionären: Neu MDax-Mitglied Axel Springer hat gegenüber der Vor-Lehman-Ära um stolze 35 Prozent zugelegt. Der wie der Phönix aus der Asche auferstandene deutsche Medienaktien-Champion ProSiebenSat.1 kann dagegen ein unglaubliches Plus von 165 Prozent binnen nur 24 Monaten vorweisen – ganz großes Kino, diese Turnaroundstory inmitten der großen Finanzmarktkrise!
 

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