Sascha Lobo legt Romandebüt vor

Sascha Lobo macht den Alfonso: Nachdem Rainer Mayer, alias Blog-Pate Don Alphonso, bereits vor sieben Jahren mit "Liquide" einen Roman über die New Economy der Jahrtausendwende veröffentlichte, zieht Werber/Blogger Sascha Lobo nun nach. Auch sein erster Roman "Strohfeuer" beschäftigt sich mit dem "Wirtschaftsepöchlein", dass so viele Web-Worker und Blogger prägte. Gestern Abend las Lobo nun zum ersten Mal aus seinem Buch.

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Weil es offenbar nicht sein kann, dass der bekennender Berliner Lobo die Lesepremiere seines ersten Romans nicht auch in der Hauptstadt zelebriert, galt die Lesung in der Hansestadt lediglich als "Präpremiere". Die Premiere folgt am Freitag dann in Berlin.
 
"Mein Romandebüt ‚Strohfeuer‘ spielt zu Zeiten der New Economy, die ich mit ungefähr 25 Jahren selbst intensiv erlebt habe – nämlich durch die Gründung einer Werbe- und PR-Agentur, spezialisiert auf Internet-Unternehmen", erklärt Lobo den Hintergrund des Werkes. Kurzzeitig hatte die Agentur über 30 Mitarbeiter, ging im November 2001 allerdings – wie so vielen Netz-Unternehmen – wieder ein. "Sie hat mir aber Eindrücke über dieses kurze, heftige Wirtschaftsepöchlein verschafft, die mich geprägt haben."
 
Diesen Backround versteht Lobo als "Kulisse für die Menschen, die in hyperaktiven, goldrauschenden Zeiten nach oben gespült werden. Wie sie sind, wofür sie sich halten, was sie tun, was sie nicht tun und was dabei herauskommt, ist Inhalt des Buchs."
 
Die Wurzeln für den Roman liegen – wie könnte es auch anders bei einem Blogger sein – in einem Online-Journal. Vor fast genau fünf Jahren, am 23. September 2005, veröffentlichte der Berliner bereits in dem Blog Industrial Technology & Witchcraft den langen Text "Strohfeuer.de: Eine Geschichte aus der New Economy". Einen besonderen Blick sind übrigens die Bilder in dem Stück wert. Sie zeigen Lobo noch jung und ohne Irokesenfrisur. Der Bart war allerdings vor fünf Jahren schon dran.

Für Lobo ist zwar die Gattung Roman Neuland, nicht aber das Schreiben an sich. Vor mittlerweile vier Jahren verfasste er zusammen mit Holm Friebe das Standard-Werk des neuen Deutsche Web- und Freelancer-Booms "Wir nennen es Arbeit". Das Buch beschreibt das Leben der digitalen Bohme, die mit Laptops und Latte Macciato in mit W-LAN ausgestatteten Cafes sitzt und arbeitet. 2008 legt er mit Kathrin Passig das Buch "Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin" nach.
 
Passend zur Zielgruppe plant der Web-Zampano zur Buchmesse einen besonderer Clou. "Strohfeuer" soll dann komplett als App, inklusive E-Book und einiger Extras veröffentlich werden.

"Strohfeuer" ist ab dem 17. September im Handel. Einen ersten Vorgeschmack bietet eine Leseprobe, die Lobo in seinem Blog verlinkt hat.

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