Google startet Sofort-Suche Instant

Neues vom Internetriesen: Seit gestern Abend funktioniert Googles Suche anders – sie erfolgt mit Ergebnisanzeige in Echtzeit und ist damit deutlich schneller geworden. Begriffe werden nach wenigen Buchstaben mit den wahrscheinlichsten Ergebnissen ergänzt. Die überholte Funktion startete gestern in den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien für Nutzer, die bei Google registriert sind. Beworben wird Google Instant mit einem Spot, der Apple-CEO Steve Jobs gar nicht gefallen dürfte.

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Wir haben ja nicht ewig Zeit: Zwei bis fünf Sekunden spart ein Internet-Nutzer mit der neuen Suche Google Instant. Der Name ist Programm: Sofort soll die Information verfügbar sein, noch während der User tippt.

Und das funktioniert in der Praxis so: Ein Nutzer, der in die Google-Suche ein "d" eingibt, erhält zusätzlich zu seiner Eingabe eine dezente Ergänzung: "as örtliche" ist etwa in Hellgrau im Suchfeld zu lesen: Das Telefonbuch "Das Örtliche" ist also das wahrscheinlichste Ergebnis eines Nutzers, der seine Suche mit "d" beginnt. 

Google Instant: Schnellere Suche, mehr Ergebnisse

Ein Buchstabe mehr – etwa nach dem "d" ein "i" – ist das Suchergebnis bereits ein anderes: "e bahn" lautet die automatische Ergänzung: "Die Bahn" wird von Google vorgeschlagen. Will ich tatsächlich die Seiten des Staatsmonopolisten besuchen, reicht bereits ein Klick – die volle Eingabe des Namens ist nicht mehr nötig.

Nicht nur schneller, auch präziser soll Google Instant sein: Nach einer erheblichen Erweiterung der Infrastruktur sollen nun "für typische Suchanfragen fünf bis sieben Mal so viele Ergebnisseiten anzeigt werden wie bisher", erklärt der Internet-Gigant stolz.

Verführerisches Google Instant: Mehr Zeit im Web verbringen 

Keine Frage: Die Internetsuche wird damit komfortabler und effizienter. Aber wird sie auch zielgerichteter? Google Instant könnte, wie so viele andere Internet-Dienste auch dazu verleiten, eher mehr als weniger Zeit im Web zu verbringen – nämlich, indem bei der Suche nach einem Begriff ein anderer interessanter Vorschlag angeklickt wird. 
Etwa: Ich will die aktuellen US Open-Ergebnisse des Nachtspiels erfahren und die offzielle US Open-Seite aufrufen. Nach der Eingabe von „US“ erscheint aber noch nicht der offizielle "US Open"-Webauftritt, sondern der Vorschlag "Usedom". Auch gut, das könnte etwas für die Herbstferien sein – und schon steigt die Verweildauer im Web.

"Wissen, was man sucht, bevor man es selbst weiß"

Google-Gründer Sergey Brin erklärte gestern bei der Präsentation des neuen Suchdienstes selbstbewusst, man wolle "die dritte Gehirnhälfte" werden. Das Technologieportal "Alley Insider" kommentierte den Anspruch des Internetriesen ironisch: "Google Instant weiß, was man sucht, bevor man es selbst weiß."

In welche Tiefen die neue Google-Suche tatsächlich zurückgreift, machte der neue Werbespot zum Produktlaunch deutlich: Der Internetgigant stellte die neue Suche zu den Klängen und dem Songtext des Bob Dylan-Klassikers "Subterranean Homesick Blues" vor – jenes Video, in dem Wort-Tafeln reichen, um die Lyrics anzuzeigen. Bei Google Instant sind es wenige Buchstaben. Einen dürfte der Google-Clip besonders geärgert haben – Steve Jobs: Gilt der Apple-CEO doch als der größte Dylan-Fan des Silicon Valleys…

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