HSV-Profi Jansen kritisiert TV-Kommentatoren

Spieler-Kritik mal andersrum. Der HSV- und Nationalspieler Marcell Jansen hat seine Website, Twitter und Facebook genutzt, um die Leistungen der TV-Kommentatoren bei Fußball-Übertragungen anzuprangern. Anlass war eine Bemerkung des ARD-Kommentators Gerd Gottlob, dass Jansen beim Länderspiel gegen Belgien wegen schlechter Leistungen vom Platz gestellt wurde. In Wahrheit, so der Fußballer, sei er verletzt gewesen. Über Facebook erhält der Sportprofi viel Zustimmung für seine Kommentatoren-Schelte.

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Der Text von Jansen ist Teil einer neuen Rubrik auf seiner persönliche Homepage namens “Einwurf”. Gleich mit seinem ersten Einwurf hat der HSV-Profi einen Volltreffer gelandet. Wie zahlreiche Kommentare auf seiner Facebook-Seite belegen, trifft er mit der Kritik an TV-Kommentatoren einen Nerv beim Publikum. “Wir Spieler stehen im Licht der Öffentlichkeit und da können solche aus der Luft gegriffenen Kommentare berufsschädigend sein. Ich spreche da nicht nur von mir, es ist auch schon oft genug bei Kollegen vor mir vorgekommen”, schreibt Jansen.

Dass ARD-Kommentator Gottlob offenbar nicht wusste, dass Jansen wegen einer Verletzung ausgewechselt wird, findet der Fußballer unverständlich: “Es ist doch bedauerlich, das der gute Herr im Zeitalter der modernen Technik und Kommunikation noch nicht einmal wusste, das ich aufgrund einer Verletzung ausgewechselt wurde. Stattdessen bastelte er sich eine Erklärung zusammen – wohlgemerkt vor einigen Millionen Zuschauern – die absolut nicht zutreffend war und mich sehr negativ dargestellt hat.”

Jansen nimmt den Vorfall zum Anlass auch allgemein die Emotionslosigkeit und Arroganz vieler TV-Kommentatoren zu kritisieren. Als positive Ausnahme nennt er Werner Hansch. Seinen Beitrag schließt Jansen dann aber doch versöhnlich. Er wolle nicht den Eindruck erwecken, er sei beleidigt sondern er will seine Äußerungen als konstruktive Kritik verstanden wissen. Jansen: “Auch ich bin nicht beleidigt wenn man mich kritisiert, die Kritik sollte jedoch gerechtfertigt sein.”

Seinen Einwurf verbreitete er nicht nur über seine Homepage, sondern auch über seinen Twitter-Account und Facebook und fand über diese Wege viele Leser. Das Beispiel Marcell Jansen zeigt, wie Social Media von Betroffenen konstruktiv zu einer Gegenrede genutzt werden kann und wie das Internet einmal mehr den direkten Kontakt zwischen Fans und Stars herstellt.

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