Googles Chef weiß, was wir mögen

"We know where you are, we know what you like": So lautet im Original das Zitat, mit dem Google-Chef Eric Schmidt am Dienstag abend bei der abschließenden Keynote zur Berliner Funkausstellung am meisten Aufsehen machte. Warum der Amerikaner ausgerechnet in Deutschland, wo man beim Thema Datenschutz und Privatsphäre höchst empfindlich ist, mit einer Orwell-reifen Allmachts-Beschwörung auftrat, fragen sich auch Kommentatoren in den USA.

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Natürlich war der Leiter des größten Internetkonzerns nach Berlin gekommen, um den Plänen für "Google TV" Nachdruck und Gesicht zu verleihen. Dieses und weitere "coole Produkte" standen im Mittelpunkt der Rede, die dem Beobachter von stern.de als "kalifornischer Techno-Optimismus" erschien, der "auf den technikmuffeligen deutschen Michel schnell verstrahlt, naiv, ein bisschen irre" wirke.
Sein Instinkt und seine Berater führten Schmidt aber auch zu den Themen, die Deutschland zum vielleicht größten Hemmschuh für Googles globale Pläne machen: "Alles geschieht mit Ihrer Genehmigung", versicherte Schmidt den Gegnern von "Street View" und weiteren Datensammel-Projekten. Gerade in dieser Passage aber entwarf der Manager ein Bild, das auch in fortgeschrittene "Big Brother"-Szenarien passt. "Am Ende geht es beim Thema Suche nicht nur um das Web, sondern buchstäblich alle Ihre Daten – Ihre Mail, was Ihnen wichtig ist." Das Ziel sei einen "persönliche Suche, für Sie und nur für Sie." In diesem Zusammenhang fiel der vielzitierte Satz: "Wir wissen, wo Sie sind, wir wissen, was Sie mögen."
Schöner hätte er die schlimmsten Befürchtungen der Google-Skeptiker kaum ansprechen können, was das US-Blog Techcrunch besorgt anmerken lässt: "Wir sind sicher, dass Schmidt die besten Absichten hat, aber wahrscheinlich wird es zeit, dass ihm ein PR-Berater oder ein Freund mal einiges klar macht."

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