Adwords: Wie BP sich Google „kaufte“

Krisenkommunikation funktioniert heute auch über Suchmaschinen-Marketing. So geht aus einem internen Google-Dokument hervor, das dem US-Fachportal AdAge vorliegt, dass BP alleine im Juni 3,59 Millionen Euro für AdWords-Werbung ausgab. Die Öl-Company investierte in Imagewerbung. Das geheime Dokument verrät die größten Google-Kunden. Laut Liste ist AT&T Mobility Spitzenreiter in dieser Kategorie. Die Mobilfunker bezahlten gut acht Millionen Dollar, um in den Anzeigen neben den Trefferlisten präsent zu sein.

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Wie AdAge berichtet, gab BP in den "normalen" Vormonaten nur je 57.000 Dollar für Suchmaschinen-Marketing aus. Offenbar ist das Internet, und dort speziell die Google-Treffer, ein wichtiges Instrument der Krisen-PR geworden. BP soll nach 94 Millionen Dollar für klassische Werbung im Jahr 2009 allein 78,7 Mio. in der ersten Jahreshälfte 2010 ausgeben haben, um sein Image auf diesem Weg zu retten.
Ansonsten zeigen sich auf der Liste erwartete Kandidaten, nämlich Online-Unternehmen: Expedia (5,95 Mio.), Amazon (5,85), eBay (4,25) und  Hotels.com (3,30). Spendings und Umsätze bei AdWords gehören zu den sorgfältig gehüteten Branchengeheimnissen; viele Experten in Unternehmen und Agenturen versuchen, durch Beobachtung des Such-Traffics indirekte Rückschlüsse auf die Strategien der Konkurrenz zu ziehen. Insofern ist das – angeblich von unabhängiger Seite verifizierte – Fundstück von AdAge eine Seltenheit. Ein interessanter Aspekt: Die Top 10 machen zusammen weniger als fünf Prozent von Googles gesamten US-Umsätzen im Juni aus.
Während AT&T mit seinen acht Millionen Dollar erkennbar den Start des iPhone 4 begleitete, ist der Zweitplatzierte aus europäischer Sicht eine Überraschung: Die Apollo Group (6,67 Mio.) betreibt unter anderem die University of Phoenix und ist ein im NASDAQ gelisteter Konzern mit Milliarden-Umsätzen im Bereich der Bildung.

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