Das Verschwinden der Hardware

Nach Ansicht der jüngsten Präsentation von Steve Jobs mit den ganzen neuen iPods könnte man zum Schluss kommen, dass Apple hart daran arbeitet, eine Wunschvorstellung des Autoren Peter Glaser wahr werden zu lassen: Jobs und seine Designer und Techniker arbeiten daran, die Hardware verschwinden zu lassen. Immer wieder redet der Apple-Chef davon, dass die neusten […]

Anzeige

Nach Ansicht der jüngsten Präsentation von Steve Jobs mit den ganzen neuen iPods könnte man zum Schluss kommen, dass Apple hart daran arbeitet, eine Wunschvorstellung des Autoren Peter Glaser wahr werden zu lassen: Jobs und seine Designer und Techniker arbeiten daran, die Hardware verschwinden zu lassen.

Immer wieder redet der Apple-Chef davon, dass die neusten Produkte nun schon wieder “thinner” und “even more tiny” geworden sind. Das beste Beispiel ist der neue iPod Nano, ein winziges Touch-Quadrat, das so wirkt, als halte man die Software selbst in der Hand. In diese Richtung ging auch schon das iPad. “Es ist, als ob man das Internet in Händen halten würde”, schwärmte Jobs bei der Präsentation. Und es stimmt: Das Gerät tritt fast komplett hinter der Funktion zurück. Knöpfe und Schalter erscheinen und verschwinden, dann wieder ist das Gerät ganz Film oder ganz Website. Es ist reine Software, die die Faszination ausmacht.

Spätestens seit iPhone und MacBook Air befindet sich das Apple-Design auf diesem Trip zur Ultra-Reduktion. Das “World’s thinnest Notebook” MacBook Air hat einen Bildschirm, der so dünn ist, dass er fast schon nicht mehr da zu sein scheint. Und das iPhone ist fast ganz und gar Schirm – mit einem einzigen verbliebenen Knopf auf der Vorderseite. Dieser Wille zur absolut radikalen Reduktion zeichnet das Apple-Design gegenüber anderen Herstellern aus. Dass es Jobs auf seiner Reise in ein Zeitalter ohne Hardware manchmal ein bisschen zu eilig hat, zeigt aber das Beispiel iPod Shuffle. Das Vorgängermodell des jetzt neu vorgestellten Shuffle war nur noch ein kleiner Aluminium-Riegel ganz ohne Tasten, der via Sprache bedient wurde. Die Kunden wollten das nicht, konstatierte Jobs, sie wollten wieder Knöpfe haben. Also hat der neue iPod Shuffle wieder ein paar Knöpfe bekommen. Aber Jobs und seine Leute haben uns bereits dazu erzogen, Tastaturen auf Handys nicht mehr zu vermissen. Irgendwann werden wir auch noch den letzten Knopf loswerden. Und es vielleicht nicht einmal merken.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige