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Oliver Pochers peinliche Prozess-Parodie

Der Sat.1-Komiker Oliver Pocher fuhr am Montagmorgen als Jörg Kachelmann verkleidet vor dem Mannheimer Landgericht vor, wo dem Wetter-Experten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung seit heute der Prozess gemacht wird. Pocher sah dem echten Kachelmann mit Fusselbart, langen Haaren und Lederjacke tatsächlich ähnlich und narrte für einige Minuten tatsächlich Journalisten und Justizangestellte. Sein Auftritt geriet zu einer ebenso geschmack- wie witzlosen Verhöhnung von Angeklagtem und mutmaßlichen Opfer.

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Laut Bild.de rief Pocher aus dem Auto heraus “Ich bin unschuldig!” und verlas anschließend vor dem Gerichtsgebäude eine “Erklärung”. So plane er eine “Wetter-Show nur für Frauen”, die von “always ultra – mach dir schöne Tage” gesponsert würde. Pocher wurde dabei von jungen Frauen begleitet, die T-Shirts mit dem Herzchen-Aufdruck und dem Schriftzug “Lausemädchen” trugen. Eine Anspielung auf in diversen Medien veröffentlichte Prozessakten laut denen Kachelmann seine Geliebten mit diesem Kosenamen zu bezeichnen pflegte.

Pocher hatte in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel bereits angedeutet, dass er Jörg Kachelmann parodieren will. Dem Tagesspiegel sagte Pocher: “Jörg Kachelmann ist ja derzeit sehr präsent. Allein sein selbst gedrehtes Interview war Comedy pur. Ich gehe davon aus, dass er nachlegen wird zum Prozess. Dann werde ich zur Stelle sein.” Diese Ankündigung hat er nun auf erschütternd peinliche Art und Weise wahr gemacht.

Dabei hat Pocher für seinen Auftritt vor dem Gerichtsgebäude ein berühmtes Vorbild. Hape Kerkeling trat für seine Sendung “Total normal” bereits vor Jahren perfekt verkleidet bei einem Staatsempfang als Niederländische Königin Beatrix auf und führte Sicherheitsbeamte kurzzeitig an der Nase herum. Zwischen Hape Kerkelings Auftritt als Königin Beatrix und Oliver Pochers Auftritt als Jörg Kachelmann liegen allerdings nicht nur Jahre sondern auch Welten. Hape Kerkeling wählte einen harmlosen Anlass und lieferte eine wegweisende Parodie ab.

Oliver Pocher wählte für seine Späße einen Vergewaltigungsprozess bei dem es für das mutmaßliche Opfer und für den Angeklagten schlicht um ihre Existenzen geht. Das Gespür dafür, dass sich nicht jede Angelegenheit für jede Art von Späßchen eignet, fehlt Pocher offenbar vollkommen. Sein Auftritt vor dem Mannheimer Landgericht war weder provozierend, noch witzig. Er war einfach nur geschmack- und stillos.

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