Il Fatto macht Journalisten-Träume wahr

Eine schier unglaubliche Geschichte: Ein Jahr nach Gründung hat die unabhängig und mit wenig Kapital gestartete Tageszeitung Il Fatto Quotidiano in Italien 110.000 Käufer täglich und macht Gewinn. Die SZ zeichnet den Erfolgsweg des von Journalisten initiierten Experiments nach: Frech, unparteilich und unerschrocken sei das DIN-A-3-Blatt, was im Land des Ministerpräsidenten und Medienzaren Berlusconi fast ein Alleinstellungsmerkmal ist.

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Die Geschichte der Zeitungsgründung in Rom enthält alles, wovon frustrierte Journalisten träumen. Das Unterfangen gelang mit einem Startkapital von nur 600.000 Euro, getragen von sechs Gründern. Chefredakteur Antonio Padellaro steuerte seine Abfindung als Chef der Zeitung L"Unità bei. Niemand nimmt Einfluss, sogar auf mögliche staatliche Zuschüsse hat man aus prinzipiellen Gründen verzichtet. Padarello: "Wir wollten uns nicht mehr in einem Käfig fühlen."

Der Erfolg übertrifft alle Erwartungen: Die Gründer hatten nach einem Jahr mindestens 15.000 Exemplare täglich verkaufen wollen, um weiterzumachen. Dass nun die zehnfache Menge in Sichtweite ist, liegt am ohne großen Marketingaufwand erzeugten Interesse der Leser, die 1,20 Euro für das eher schmale Angebot zahlen.

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