Hilft Pocher nur noch ein Skandal?

Mit einem an Peinlichkeit kaum zu toppenden Auftritt als Jörg Kachelmann hat Oliver Pocher am Montag den Tiefpunkt seiner Late-Night-Karriere erreicht. Die Intention dahinter ist klar: Die Quoten seiner Show sind am Boden, haben 2010 noch kein einziges Mal die Sat.1-Normalwerte erreicht. Auch auf dem neuen, späteren Sendeplatz um 23.15 Uhr kommt er nicht in Fahrt, reiht sich nahtlos in die freitäglichen Neustart-Flops ein. Parodie als Verzweiflungsakt: Rettet nur noch ein Skandal seine Late-Night-Karriere?

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Als Pocher im Oktober 2009 mit der "Oliver Pocher Show" an den Start ging, war er neben Johannes B. Kerner eine der großen Hoffnungen für Sat.1, mit denen die Marke und das Image des Senders aufgebügelt werden sollten. Doch von Beginn an fiel Pocher in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen durch. Nur zweimal übersprang er in den über 30 Shows der ersten Staffel den aktuellen 12-Monats-Durchschnitt seines Senders, der bei 10,8% liegt. Im aktuellen Jahr 2010 erreichte er sogar noch nie die 10%-Marke.

Im Durchschnitt verfolgten nur 0,80 Mio. 14- bis 49-Jährige zwischen Oktober 2009 und Ende Mai 2010 seine erste Staffel – der Durchschnitts-Marktanteil von 8,1% lag meilenweit unter den erwähnten Sat.1-Normalwerten. Und: Auch die Verschiebung auf den späteren 23.15-Uhr-Sendeplatz hat Pocher kein bisschen geholfen. Mit Marktanteilen von 9,0% und 6,5% reihte er sich dort nach seiner Sommerpause bisher nahtlos in den Reigen der Flop-Neustarts um "Deutschlands Meisterkoch" ein.

Die peinliche Kachelmann-Parodie soll Pocher offenbar quotentechnisch nun also zumindest kurzfristig helfen. Sollte die mediale Aufregung bis Freitagabend nicht schon wieder vergessen sein, ist dort eine gute Quote durchaus möglich. Von Dauer wird ein eventueller Erfolg aber nicht sein, zu trostlos sieht die Quoten-Entwicklung seiner Show aus.

Betrachtet man sich die Zahlen aus dem aktuellen Jahr 2010, so dürfte sein Sender Sat.1 ohnehin nicht mehr viel Ausdauer haben, um an Pochers Late-Night-Show festzuhalten. Sein Glück: Die Zahl der Sat.1-Baustellen ist derzeit so groß, dass man nicht kurzfristig sämtliche Flops absetzen kann. Einen weiteren Anlass für eine zumindest mittelfristige Entscheidung könnte er seinem Sender mit der Kachelmann-Parodie nun dennoch geliefert haben, denn auch potenzielle Werbekunden dürften wenig Interesse haben, in einem solchen Trash-Umfeld Spots zu schalten.

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