Geheimdienst enthüllt Wallraff-Treffen mit Stasi

Seit fast 40 Jahren verfolgen Günter Wallraff die Vorwürfe, er habe mit der Stasi zusammengearbeitet. Jetzt soll es neue Erkenntnisse über ein Treffen des Enthüllungsjournalisten mit einem Stasi-Mitarbeiter geben, das 1971 in Kopenhagen stattgefunden hat. Das berichtete das ZDF "heute Journal".

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Demzufolge haben Wissenschaftlern der Süddänischen Universität aus der Geheimdienstakte erfahren, dass Wallraff sich an jenem Tag mit dem IM alleine getroffen habe. Bis jetzt hatte Wallraff ein Gespräch in dieser Form bestritten. Seinen Angaben zufolge habe das Treffen mit dem Journalisten aus Rostock, der der bei der Stasi als Instrukteur "Friedhelm" bekannt war, zusammen mit zwei weiteren Personen stattgefunden.
Der dänische Geheimdienst hatte Wallraff 1971 auf seiner Kopenhagen-Reise observiert und das Treffen mit dem Journalisten minutiös dokumentiert. Das Gespräch habe laut Geheimdienstakte unter vier Augen stattgefunden.
Wallraffs Anwalt Helmuth Jipp äußerte sich gegenüber dem ZDF: "Diese Bewertung ist falsch. Günter Wallraff hatte nichts zu verbergen." Ihm sei nicht bekannt gewesen, dass der Rostocker für die Staatssicherheit der DDR tätig war. Weiter sagt der Jurist: "Angaben des dänischen Geheimdienstes, wenn sie dann korrekt zitiert wurden, sind nicht anders zu bewerten, wie solche der Staatssicherheit, der CIA, des BND oder des Verfassungsschutzes. Sie sind alle geleitet von einer bestimmten Interessenlage und nicht von der Beschaffung und Bewahrung der Wahrheit."
Zwar war Wallraff bei der Stasi als "IM Wagner" registriert, das Hanseatische Oberlandesgericht  konnte 2006 allerdings nicht nachweisen, dass der Journalist "wissentlich und willentlich" mit der Stasi zusammengearbeitet und sich zu einem konspirativen Gespräch mit IM Friedhelm getroffen habe.
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