Deutscher Presserat: So viele Beschwerden wie noch nie

Beim Deutschen Pressart sind im vergangenen halben Jahr so viele Beschwerden eingegangen, wie insgesamt im Jahr 2009. Das meldet der Spiegel. Demzufolge habe die Berichterstattung über die Loveparade-Tragödie in Duisburg und das Kirchen-Cover der Titanic zu diesem Rekordergebnis geführt.

Anzeige

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass der Deutsche Presserat in diesem Jahr 1.283-mal angerufen wurde, im Jahr 2009 waren es insgesamt 1.268 Beschwerden gewesen. Wie der Presserats-Geschäftsführer Lutz Tillmanns sagte, hätte die Steigerung auch damit zu tun, dass sich die Beschwerdeführer auch online melden könnten.  
Das strittige Titanic-Cover war auf der April-Ausgabe des Satiremagazins abgebildet. Darauf war zu sehen, wie ein katholischer Priester vor einem Kruzifix steht – allerdings aus besonderer Perspektive: Den Priester sah man nur von hinten; sein Gesicht war in Höhe des Genitalbereichs der Plastik angeordnet. Die Jesus-Figur hatte einen erröteten Kopf und blutet aus den Wunden. Damit sollte auf den Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche hingewiesen werden. Bis Mai waren 198 Beschwerden beim Deutschen Presserat eingegangen, jedoch vom zuständigen Ausschuss als unbegründet zurückgewiesen worden.
Wegen der Loveparade-Berichterstattung erreichte den Deutschen Presserat bis Ende Juli 2010 mehr als 150 Beschwerden, die meisten sollen sich gegen Bild.de und die Bild-Zeitung gerichtet haben.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige