4,99 Euro: Zeit Online startet App-Offensive

Erst mal alles mit Ruhe anschauen, analysieren und dann den Markt von hinten aufrollen: Was beim Relaunch von Zeit Online so gut funktionierte, soll nun auch bei den ersten drei iPhone- und iPad-Apps klappen. Monate nach Stern, Springer und Spiegel bringt nun auch die Zeit ihre ersten Applikationen auf den Markt. Die neuen Apps laufen sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Tablet. Startpreis des mobilen Zeit-Online-Angebotes: 4,99 Euro pro Monat. Später soll sich der Preis auf 8,99 Euro erhöhen.

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"Bei der Konzeption der neuen Zeit-Online-Applikation war uns wichtig, dass wir nicht nur einen bunten RSS-Reader bauen, in den unsere Inhalte einfließen", sagt Chefredakteur Wolfgang Blau gegenüber MEEDIA, "sondern wir wollten eine App entwickeln, die im Vergleich zum offenen Mobilangebot nützliche Zusatzfunktionen enthält und die wie unsere Website durch ihre Ästhetik und Nutzerführung überzeugt." Zudem sollte die neue App den Anspruch als Deutschlands Debattenportal Nummer Eins transportieren. "Wir haben deshalb sehr viel Zeit in die Frage investiert, wie wir den Nutzern dieser App das Kommentieren von Artikeln so einfach wie möglich machen können. Die App empfängt nun also nicht nur Inhalte der Website, sondern übergibt auch Diskussionsbeiträge unserer App-User zurück an die Site." Damit gelingt Blau und seinem Team – zumindest hierzulande – eine einmalige technische Innovation. Die Leser können nun jeden Artikel aus der App heraus kommentieren. Die Kommentare erscheinen dann sowohl in der Applikation, als auch auf der Webseite.

Zeit Online auf dem iPhone

Die neuen Angebote für die mobilen Apple-Geräte funktionieren allerdings nicht nur online, sondern auch offline. So ist es möglich, den Inhalt der einzelnen Ressorts auf das Handy zu laden und ihn dann auch ohne Netz zu lesen. Herzstück des neuen Angebotes, wie auch bei den Applikationen von Bild oder Welt, die E-Paper-Version der aktuellen Print-Ausgabe. Die Wochenzeitung kann auf den Displays wahlweise als PDF oder in einem speziell aufbereiteten Lesemodus konsumiert werden.

Dieselbe App funktioniert auch perfekt
auf dem iPad

Wirklich bestechend an der Universal-App ist jedoch der Umstand, dass das Programm sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad nicht nur funktioniert, sondern überzeugt. "Eine der Lehren aus unserem höchst erfolgreichen Relaunch war es, dass man gar nicht genug auf das Design und die Nutzerführung eines Angebotes achten kann", sagt Geschäftsführer Christian Röpke.

Tatsächlich ist vor allem die iPad-App ein echter Augenschmaus – auch oder gerade weil sich das Angebot streng an die Regel des goldenen Schnittes hält und sich die Seite immer in diesem als besonders harmonisch empfundenen Verhältnis teilt. Sowohl die Web-Inhalte, als auch die E-Paper-Ausgabe des Print-Heftes, lassen sich intuitiv bedienen und komfortabel konsumieren. Worauf Blau und Röpke allerdings verzichten, ist jegliche Sonderausstattung der iPad-App. Es gibt weder zusätzliche Videos noch andere interaktive Elemente.

Die neue Zeit-App ist Teil einer ausgeklügelten Mobil-Strategie. "Wir werden unsere Zeit-Online-plus App nicht verschenken," erklärt Röpke. "Zum Start kostet die Zeit-App 4,99 Euro pro Monat. Später wird sich der Preis auf 8,99 erhöhen. "Über ein Gutscheinsystem sorgen wir zusätzlich dafür, dass die Zeit-Online-plus-Applikation für unsere Print-Abonnenten in der Anfangsphase kostenlos bleibt." Weitere Mobil-Angebote für andere Smartphones sind bereits in der Vorbereitung.

Ein weiterer Baustein der Mobil-Strategie ist der Launch von zwei weiteren Applikationen: Zum einen kommt das Freemium-Angebot "Zeit Online Sudoku" und die Gratis-App "Zeit Online Stimmt’s".

Ob Apps allerdings überhaupt eine Zukunft haben, wissen die beiden Zeit-Online-Macher noch gar nicht. "Wir können gar nicht abschätzen, ob sich das Konzept von einzelnen Applikationen tatsächlich durchsetzen wird", sagt Röpke. Blau ergänzt: "Wir werden unsere Angebote deshalb sowohl für App-User als auch für Freunde des offenen Netzes ständig weiter entwickeln. Die gestalterischen Möglichkeiten des HTML5-Standards faszinieren uns."

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