Bundesbank beantragt Sarrazins Entlassung

Jetzt liegt es an Bundespräsident Christian Wulff: Nach einer eintägigen Bedenkzeit hat sich der Vorstand der Bundesbank dazu entschlossen, Thilo Sarrazin abberufen lassen. Die endgültige Entscheidung über einen Rausschmiss des SPD-Politikers kann allerdings nur im Schloss Bellevue getroffen werden. Sarrazin selbst lehnt ein freiwilliges Ausscheiden offenbar ab. "Ein Rücktritt kommt derzeit nicht in Betracht" , zitiert Faz.net den ehemaligen Berliner Finanzsenator.

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Die Bundesbank wirft Sarrazin offenbar vor, dass seine Äußerungen über Sozialpolitik und die Gene von Juden das Gebot der politischen Mäßigung verletzt und somit der Bundesbank Schaden zugefügt habe. Als Konsequenz hat der Vorstand der Bank nun einstimmig beschlossen, beim Bundespräsidenten die Abberufung zu beantragen.

Die Debatte um den SPD-Politiker zog immer weitere Kreise. Am Donnerstag meldete sich sogar der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, zu Wort: "Als Bürger war ich entsetzt über diese Äußerungen, als Präsident der EZB habe ich volles Vertrauen in die Entscheidungen der Bundesbank."
Bild.de spekuliert, dass sich die deutsche Zentralbank deshalb so schnell gegen Sarrazin entschieden habe, um zu verhindern, dass das Institut durch ihren umstrittenen Angestellten immer wieder in die Schlagzeilen kommt. Motto der Aktion: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Eine schnelle Lösung des Problems soll auch im Interesse von Bundesbank-Präsident Axel Weber gewesen sein, weil dieser als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Trichet gehandelt würde und deshalb sein Krisenmanagement in vielen Hauptstädten Europas unter besonderer Beobachtung stünde.
In Kürze mehr.

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