Bitte zahlen: die iPad-Offensive der FR

Die Frankfurter Rundschau wappnet sich für die Zukunft: Ab dem 7. September erscheint die Tageszeitung mit fünf statt drei Regionalausgaben. Zudem startet eine eigene iPad-App mit exklusiven Geschichten. Die Applikation bekommt multimediale Inhalte wie interaktive Grafiken oder Filme. Die Tablet-Version kostet 79 Cent je Ausgabe und erscheint abends vor der Zeitungs-Auslieferung. Zeitgleich tritt die DuMont-Tochter an anderer Stelle auf die Sparbremse: 30 bis 50 Mitarbeiter sollen offenbar das Unternehmen verlassen.

Anzeige

In der FR erscheinen ab der nächsten Woche dann folgende Ausgaben: Wiesbaden und Mainz mit Rheingau-Taunus-Kreis, Taunus mit Main-Taunus und Hochtaunus, Wetterau und Main-Kinzig-Kreis, Offenbach mit Kreis Offenbach, Darmstadt mit Kreis Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg und wie bisher Frankfurt. Chefredakteur Rouven Schellenberger sieht keinen Widerspruch darin, Mitarbeiter zu entlassen und gleichzeitig das Angebot auszubauen: "Wir rücken näher an unsere Leser in der Region heran und bieten ihnen einen erweiterten Service in einer neuen, täglichen Freizeit-Beilage."

Als erster Titel der Mediengruppe M. DuMont Schauberg bringt die Rundschau eine eigene iPad-App auf den Markt. Entwickelt wurde die Applikation gemeinsam von Frankfurter Redaktion und den Technik-Spezialisten DuMont Net.

Auch die Website wird derzeit schrittweise neu gestaltet. Erweiterte multimediale Inhalte sowie ein neues Layout sind bereits online. Bis zum 4. September arbeitet das Programmierer-Team an weiteren neuen Funktionen

Die Innovations-Offensive kommen nur wenige Tage nach der Spiegel-Meldung, dass die Frankfurter Rundschau bis zu 50 Stellen streichen muss. Zudem kämpft der Verlag mit einem kräftigen Gewinnrückgang: Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr DuMont einen Gewinn von 463.473 Euro ein. Das ist ein Minus von 96 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr.
Auf Anfrage von MEEDIA sagte FR-Geschäftsführer Karlheinz Kroke, dass der Stellenabbau noch keine beschlossene Sache sei. Ebenfalls habe die mögliche Entlassung von 50 Mitarbeitern nichts mit der kürzlich gegründeten Redaktionsgemeinschaft zwischen der Frankfurter Rundschau, der Berliner Zeitung, dem Kölner Stadtanzeiger sowie der Mitteldeutschen Zeitung zu tun. Die Redaktionsgemeinschaft sei nur aus Qualitäts- und nicht aus Kostengründen entstanden.
Zur iPad-App sagte Kroke, dass sie von einer eigenen Redaktion bestückt wird. Die Redakteure kämen zum Teil aus dem Print- sowie aus dem Online-Ressort, außerdem will er neue Leute für die Tablet-Ausgabe einstellen. Die Applikation werde deutlich "magaziniger" als die Zeitung, um nicht als reines E-Paper angesehen zu werden.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige