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Wikileaks ist „so offen wie Nordkorea“

Hinweise zu Hinweisgebern: Wikileaks-Aktivisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, Geheimdokumente von Regierungen offen zu legen. Woher die Quellen kommen, ist dabei wenig transparent. Auch über den mysteriösen Gründer Julian Assange ist kaum etwas bekannt. Das will die amerikanische Online-Mediengruppe Gawker ändern. Sie dreht den Spieß um und veröffentlicht die Geheimnisse der Whistleblower. Dafür hat das Blog-Netzwerk die Seite Wikileakileaks.org gestartet.

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In dem Gawker-Artikel "Introducing Wikileakileaks.org" heißt es, die Enthüllungs-Organisation sei so "offen wie Nordkorea". Und weiter: "Aus diesem Grund haben wir Wikileakileaks.org gestartet. Deine Plattform für Geheimnisse, Dokumente und Gerüchte über Wikileaks." Gawker moniert, dass Wikileaks zwar einen "Ethos radikaler Transparenz" verfolge, diesem aber selbst nicht entspreche. Die Finanzierung, die Struktur und die Quellen seien fast komplett unbekannt. 
Insbesondere gegen den Gründer Julian Assange richten sich die Vorwürfe der Mediengruppe und hier klingt das Anti-Wikileak dann mehr nach einem Racheakt als nach Aufklärung. So schreibt Gawker: "Wikileaks rätselhafter Ex-Hacker-Gründer" reagiere bekanntlich sensibel auf die Medienberichterstattung über seine Organisation. "Manchmal schließt er nach einem einzigen unvorteilhaften Artikel Reporter komplett aus. Das passierte auch uns."
Details über Assanges "bizarren Fall sexueller Belästigung" hätten jedoch deutlich gezeigt, dass hinter ihm mehr steckt als sein "cooles Gehabe" und seine "hochmütigen Ankündigungen". Nun sei es also an der Zeit, Wikileaks zu behandeln, wie es andere behandelt. Die neue Seite der Gawker-Gruppe soll daher eine Plattform sein, auf der Dokumente, Geheimnisse und Gerüchte über die Whistleblower veröffentlicht werden. Die Informanten blieben dabei – ganz in der Tradition des Anti-Vorbilds – selbstverständlich anonym, versprechen die Macher.
Mit dem Herumschnüffeln in der Privatsphäre von Leuten hat Gawker immerhin schon reichlich Erfahrung, schließlich betreibt die Gruppe den New Yorker Gossip-Blog Gawker.com. Auf der neuen Plattform Wikileakileaks.org befinden sich bisher zehn Leaks. Allein vier davon behandeln direkt oder indirekt den Sex-Skandal von Julian Assange – alle vier sind von Gawker selbst.

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