Die Zeit investiert in Cashcow Stellenmarkt

Die Zeit startet ihre Herbstoffensive: In den nächsten Wochen wollen die Hamburger mehrere Innovationen vorstellen. Den Anfang macht ein neuer Stellenmarkt und ein erweitertes Chancen-Ressort. "Im Vergleich zu vielen anderen Medien müssen wir bei den Stellenanzeigen nur mit einem moderaten Minus zurecht kommen", sagt Geschäftsführer Rainer Esser. Die Job-Annoncen gehören zu den "wichtigen Einnahmequellen" der Zeitung. Zum Relaunch kommt die Zeit in der nächsten Woche auch mit einem passenden Job-Titel.

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Das Titelthema lautet dann "Methode Frau – wie die Arbeitswelt weiblicher wird und welche Vorteile dies hat." Die Hamburger sprechen dabei aus Erfahrung, denn in der eigenen Redaktion sind längst viele Führungspositionen mit Frauen besetzt, die zum Teil auch die Doppelbelastung Mutter/Karriere bestens wuppen sollen. Die Coverstory ist der Auftakt zu einer zwölfteiligen Serie "Berufe mit Zukunft". Darunter fallen Berufe wie Arzt, Diagnostiker oder Entwicklungshelfer. Journalisten sind nicht dabei. "Aber zumindest bei der Zeit haben auch sie eine Zukunft", sagt Thomas Kerstan, Ressortleiter Chancen. Das Ressort Chancen gehört zu den großen Gewinnern des Umbaus, denn der Umfang des Ressorts wurde um eine Seite erweitert. 

Die Werbekampagne zum neuen Stellenmarkt
und zum überarbeiteten Chancen-Ressort

"Das Chancen-Ressort ist eine echte Erfolgsgeschichte", sagt Kerstan. "Wir haben vor zwölf Jahren mit einer halben Seite angefangen. Ab kommender Woche sind wir bei  mindestens 3,5 Seiten." Die   Themen gliedern sich dann in die Überbegriffe "Schule", "Hochschule" und "Berufe".

Aus Sicht der Redaktion ist der Umbau des Chancen-Ressorts interessant. Wirtschaftlich wichtiger ist dagegen jedoch der renovierte Stellenmarkt. Er wird ab kommenden Donnerstag klarer rubriziert. So enthält er jetzt ein Inhaltsverzeichnis. Der Bildungsmarkt gliedert sich nun in die Bereiche Studiengänge sowie Weiterbildung & Seminarangebote. Der Clou des Umbaus ist jedoch ein Sonderwerbeformat, das es erlaubt, Job-Angebote mit einer Perforierung anzubieten. Heißt: Interessierte können sich die Annonce einfach rausreißen. Auch im Internet wird der Zeit-Stellenmarkt überarbeitet und klarer dargestellt. Es ist jetzt möglich auch Online-Only-Anzeigen zu buchen.

Begleitet wird die Zeit-Ausgabe am kommenden Donnerstag von einer großen Marketing-Kampagne. "Wir werden sowohl im Spiegel, in der FTD, als auch in der FAZ Anzeigen schalten. Außerdem werden deutschlandweit Großplakate im Nah- und Fernverkehr gebucht", erklärt Esser. "Das Bruttomediavolumen liegt im mittleren sechsstelligen Bereich."

Für den Manager der Wochenzeitung verbinden die Umbauarbeiten mehrere strategische Überlegungen. Zum einen wird der wichtige Umsatzbringer Stellenmarkt gestärkt und zum anderen ist "der ganze Bildungsbereich für uns sehr wichtig", sagt Esser. Wir sind an den Universitäten sehr präsent: Mit über 50 Veranstaltungen im Jahr, mit unserem sehr erfolgreichen Studentenmagazin Zeit Campus, das auch in den Mensen verkauft wird, und den Zeit Debatten. Wir betreiben zusammen mit dem Deutschen Hochschulverband Academics, das wichtigste Stellenportal für Berufe in Lehre und Forschung."

Diese Aktivitäten zahlen sich aus. Stolz sagt Esser: "Auch die Studentenabos liegen mit über 40.000 Stück aktuell auf einem Allzeithoch. Zudem konzentriert sich unsere Corporate Publishing-Tochter Tempus Corporate vor allen auf Aufträge von Universitäten, Instituten und Forschungseinrichtungen."

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